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Wunschzettel Hardcover 2014

von am 12. Dezember 2014 Kommentare deaktiviert für Wunschzettel Hardcover 2014

Im Bereich Hardcover gibt es in diesem Jahr tatsächlich mehr Bücher, die ich dem Mainstream zuordnen würde, die es aber trotzdem auf meine persönliche Liste geschafft haben, als bei den Weihnachtstipps üblich. Trotzdem ist es meine Auswahl und ich steh dazu ;-).

Wiederholungen versuche ich zu vermeiden. Trotzdem war  dieselbe Dame, mit eben jenem Titel, auch im letzten Jahr auf meiner Hardcover-Liste auf Platz Nummer eins. Die Dame ist Catherynne M. Valente, die Heldin ein kleines Mädchen namens September und das Genre selbstgewählt: Mythpunk.

Auch der soeben erschienene zweite Teil der Reisen der kleinen September durch das Feenland (oder diesmal das Unterfeenland) ist wunderschön. Bezaubernd, magisch, irrsinnig, humorvoll und verträumt. Ich weiß, dass ich jetzt Schelte bekomme, aber ich muss es einfach sagen. Solange uns Herr Moers mit seinen martinesken Verschiebungen im Sinne eines Westeros-persiflierenden Gesamtkunstwerkes auf die Folter spannt, ist das Unterfeenland eine willkommene Abwechslung.

Das sollte Miss Valente jetzt nicht herabsetzen, genieße ich diese wunderbar unkompliziert versponnene Art Geschichten zu erzählen doch viel zu sehr. Vielmehr wollte ich damit ihr Schaffen und auch die Übersetzung von Sylke Hachmeister auf ein Podest stellen. Der Vergleich mit meinem Lieblingsautor, und das auch noch lobend, ist als höchste Auszeichnung gemeint. Vor allem da dieser zweite, viel düsterere Teil auch ein wenig den Vergleich mit Rumo nahelegt…

Die wundersame Geschichte von September,
die sich ein Schiff baute und das Feenland umsegelte,
Catherynne M. Valente, Rowohlt, € 17,95

Die wundersame Geschichte von September,
die unter das Feenland fiel und mit den Schatten tanzte,
Catherynne M. Valente, Rowohlt, € 17,95

Lockwood & Company – noch ein zweiter Teil, wo ich den ersten bereits empfohlen habe. Nach Bartimäus, den ich (wenn auch schwächer werdend) auch schon sehr geliebt habe, liegt mir die zweite Serie von Jonathan Stroud, die ich lese noch deutlich mehr. Eindeutig auch wieder Jugendbuch, oder All-Ager, wie ich jetzt behaupten sollte, um meine Reputation nicht mit Kinderkram zu untergraben ;-), aber genauso eindeutig wieder – auch für Erwachsene – unterhaltsam.

Ein zeitloses und gleichzeitig zeitlich schwer einordenbares Setting im Jetzt und Heute, aber ohne den Smartphone-Schnickschnack unserer realen Welt. Eine coole Gruppe Kinder, die auf Geisterjagd gehen, im Sinne eines jugendlichen Sinclair Teams, ohne Hermine Granger dafür aber mit viktorianischer Gaslicht-Atmosphäre im 21. Jahrhundert. Von allem ein bisschen was, aber trotzdem spritzig unterhaltsam und wirklich kurzweilig.

Super Weihnachtsempfehlung für Kinder ab 11 oder junggebliebene Eltern zum mitlesen.

Lockwood & Co – Bd 1, Die seufzende Wendeltreppe, Jonathan Stroud, cbj, € 18,99
Lockwood & Co – Bd 2, Der wispernde Schädel, Jonathan Stroud, cbj, € 18,99

Der dritte zweite Teil war bisher noch nicht auf meinen Empfehlungslisten zu finden. Und das, obwohl Tad Williams von uns allen sehr geschätzt wird (ja, ja, ich weiß schon, dass ich immer über das Ende von Drachenbeinthron meckere, aber eben nur das Ende!)

Mit dem Zyklus um Bobby Dollar ist Tad Williams jetzt bei den Urban Fantasy Romanen angekommen. Wie immer ist er dabei kein Vorreiter. Lange nach Jim Butchers "Harry Dresden" beschreibt der Meister jetzt auch die Abenteuer eines übernatürlichen Helden in einer modernen großstädtischen Atmosphäre. Böse Zungen könnten behaupten, damit springt Williams auf den nächsten fahrenden Zug. Ich aber sage, er greift mal wieder ein bereits etabliertes Thema auf und macht in seiner routinierten Art etwas ganz Eigenes und sehr Unterhaltsames daraus. Für mich war sein Drachenbeinthron zur Hochzeit der High-Fantasy ein ganz eigenes Werk mit besonderer Kraft. Seine Shadowmarch Bände sind vielleicht ein bisschen mit der Erfolgsserie des allseits beliebten George R. R. zu vergleichen, stehen aber in keinster Weise in seinem Schatten, hat Mr. Williams doch bedeutend später begonnen – und sein Werk auch beendet. Grandios, dicht, verwoben – mit einem absolut passenden und runden Ende.

Jetzt ist er also daran, die Urban Fantasy aufzurollen. Macht er nicht. Aber er schreibt einfach in seinen ersten beiden Bänden in derart gekonnter und routinierter Art, dass es zu keinem Zeitpunkt angelehnt oder gar plagiierend wirkt. Bobby Dollar ist eine eigene Schöpfung, die sicher etwas von vielem hat, das man bereits gelesen hat, aber immer authentisch wirkt. Wer den manchmal etwas ausführlichen Stil von Tad Williams mag, wird sich auch in dieser Welt sofort zu Hause fühlen.

Bobby Dollar – Bd 1, Die dunklen Gassen des Himmels, Tad Williams, Klett Cotta, € 22,90
Bobby Dollar – Bd 2, Happy Hour in der Hölle, Tad Williams, Klett Cotta, € 22,95

An letzter Stelle meiner Hardcover Tipps kommt jetzt doch noch etwas ganz Neues. Teil eins einer Saga, die mich unglaublich in den Bann geschlagen hat. Lange habe ich mich rumgedrückt und das Buch immer wieder den Lesestapel hinunter wandern lasse. Vor allem aus Angst vor ersten Teilen… Sind schon genug Unvollendete, auf die wir warten.

Irgendwann kamen dann immer mehr drängende Kunden, vor allem auch Leser, mit denen ich oft sehr stark einer Meinung bin. Also ran an das Monster von Klett Cotta. "Rabenschatten 1" von Anthony Ryan. Und schon auf den ersten Seiten bin ich gefesselt. Unglaublich dicht, rasant und vielseitig. Klar auch hier drängt sich ein bisschen die Frage auf, ist da nicht ein Hauch Game of Thrones mit drin? Und zum ersten mal muss ich sagen, hmmm. Vielleicht hat Martin – wenn er auch sein besch….. Werk nicht fertig bringt und auch wenn ich denke, andere haben die Sache jetzt schon besser gemacht – trotzdem eine neue Generation von Autoren oder besser eine neue Art der Betrachtung der Fantasy – zumindest mit – iniziiert. Hmm.

In jedem Fall habe ich jede Seite des "Lied des Blutes" gefressen. Und ich bin mir sicher, euch geht es nicht anders…

Rabenschatten – Bd 1, Das Lied des Blutes, Anthony Ryan, Clett Cotta, € 24,95

Hardcover sind auf den ersten Blick ganz schön teuer und es gibt immer noch viele Leser, die ungeduldig auf die Taschenbuch-Ausgabe warten. Das gilt wesentlich weniger bei Kinder- und Jugendbüchern, vielleicht auch, weil da die Auflagen oft deutlich höher sind, und deswegen die Preise nicht ganz so extraordinär. Trotzdem, ich liebe es. Wie auch immer. Ihr habt ja recht und Bücher sind teuer, aber es ist einfach eine wahre Freude, Bücher zu lesen, bei denen einfach etwas mehr Anteil in den Übersetzer und das Lektorat geflossen ist. Wartet ruhig auf die Taschenbücher, aber bedenkt, dass ohne Buch weniger Geld für wirklich gute Übersetzungen übrig wäre. Und ein Buch macht sich auch besser im Regal, vor allem besser als ein eBook Reader 😉

Im Bereich Hardcover gibt es in diesem Jahr tatsächlich mehr Bücher, die ich dem Mainstream zuordnen würde, die es aber trotzdem auf meine persönliche Liste geschafft haben, als bei den Weihnachtstipps üblich. Trotzdem ist es meine Auswahl und ich steh dazu ;-).

Wiederholungen versuche ich zu vermeiden. Trotzdem war  dieselbe Dame, mit eben jenem Titel, auch im letzten Jahr auf meiner Hardcover-Liste auf Platz Nummer eins. Die Dame ist Catherynne M. Valente, die Heldin ein kleines Mädchen namens September und das Genre selbstgewählt: Mythpunk.

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Wunschzettel Taschenbücher 2014

von am 12. Dezember 2014 Kommentare deaktiviert für Wunschzettel Taschenbücher 2014

Im Bereich Taschenbuch wird es auch dieses Jahr nicht leichter, Titel zu finden, die außergewöhnlich sind und eben nicht zu unseren Standardempfehlungen zählen. Zum einen liegt das natürlich daran, dass die Verlage es uns nicht wirklich leicht machen und die phantastischen Reihen immer mehr zusammenschrumpfen. Zum zweiten daran, dass immer mehr Titel versteckt bei kleineren, oder für unsere Gewohnheiten ungewöhnlicheren Verlagen landen.

Als Kind und Jugendlicher hatte ich ein echtes Faible für Robinsonaden. Von Büchern wie "Sigismund Rüstig", "Freitag und Robinson im Bann der wilden Insel" oder "Die schweizer Familie Robinson" konnte ich nicht genug bekommen. Irgendwann kamen dann auch phantastische Titel mit auf diese Liste und natürlich haben mich auch immer Endzeitszenarien in Büchern wie "Die Triffids" oder "Leben ohne Ende" begeistert, die häufig auch mit robinsonesken Situationen spielen.

In diesem Jahr gab es dann mal wieder ein Buch, das mich sehr stark an dieses, mein Faible, erinnert hat. Und die Begeisterung ist immer noch da. In Horsts Bibliothek gab es bereits eine Besprechung dazu, ich lasse es mir aber auf keinen Fall nehmen, es auf meine persönliche Empfehlungsliste zu setzen: "Der Marsianer" von Andy Weir ist ein unbedingt lesenswertes Buch. Robinson im Sonnensystem und noch viel mehr

Der Marsianer, Andy Weir, Heyne, € 14,99

Acacia – die Trilogie für alle Fans von George R. R. Martin. So könnte es auf dem Klappentext stehen. Richtig daran wäre, dass ich David Anthony Durham für einen sensationellen Autoren halte. Seine Romane sind ähnlich verwoben und voller Intrigen, seine Charaktere glaubwürdig und vielschichtig. Im Gegensatz zu Herrn Martin schafft er es aber jeden einzelnen Band zu einem echten Abschluss zu bringen. Durham schreibt für mich so, wie ich es mir von George R. R. wünschen würde.

Leider liegen die Verkaufszahlen in Deutschland auf einem völlig anderen Level und es gab auch noch ein Problem mit dem erkrankten Übersetzer. So erscheint der abschließende Band der Trilogie leider erst im Frühjahr 2015, also 2 Jahre zu spät.

Das führt jetzt zu einer mittleren Katastrophe, denn Band eins ist vergriffen, bevor der abschließende dritte Teil erscheinen wird. Wir haben uns nochmal richtig fett eingedeckt, aber ewig wird auch die letzte Charge nicht ausreichen. Deswegen solltet ihr nicht zu lange warten.

Acacia ist für mich tatsächlich besser als Westeros, auch wenn ich solche Vergleiche eigentlich hasse. In erster Linie, weil Mr. Durham es verstanden hat, die einzelnen Bände in sich geschlossen zu verfassen und weil er einfach zu einem Ende gekommen ist, was Mr. Martin erst noch beweisen muss. Für mich unverständlich, warum der eine in Massen in Buchkaufhäusern gestapelt wird, während der andere nicht einmal mehr seine Auflage bis zum Ende halten kann. Ungerechte Welt ;-).

Acacia – Bd 1, Macht und Verrat, David Anthony Durham, Blanvalet, € 14,00
Acacia- Bd 2, Die Fernen Lande, David Anthony Durham, Blanvalet, € 15,00
Acacia- Bd 3, Reiche Ernte, David Anthony Durham, Blanvalet, € 15,00

Seit Mitte des Jahres ist die Saga um Jorg von Ankrath fertig und trotzdem sind noch alle Bände lieferbar! Das ist selten und gut. Damit ist mein dritter Tipp für dieses Jahr auch wieder ein "kaufen, solange es noch geht" Tipp. Den ersten Band der Trilogie haben wir sehr gut verkauft. Der zweite Band ist dann stark abgefallen und ich konnte das nicht ganz nachvollziehen. Zum Teil liegt das daran, dass zweite Teile von Trilogien oft ein bisschen schwächer sind. Gut, das gibt es immer wieder, aber so stark ausgeprägt fand ich das in diesem Fall nicht.

Dann gibt es da natürlich noch einen Punkt. Jorg von Ankrath ist eigentlich ein SF-Roman im Fantasy Gewand. Hat sich da für manchen zu viel heile Fantasywelt zerschlagen? Die vermeindliche Fantasywelt stellt sich in Wirklichkeit als knallharte Endzeit heraus. Was aber gerade zur unglaublich harten Geschichte passt.

Für mich ist der dritte Band und damit die ganze Trilogie ein absoluter Tipp. Viele Kleinigkeiten aus den ersten Bänden bekommen erst jetzt eine echte Bedeutung und vieles ist ganz anders, als der Leser erwartet hat. Auch der (Anti)Held zeigt immer neue Facetten und sein Weg vom kindlichen Psychopathen bis hin zum… (Nein, ich werde nicht spoilern) ist glaubwürdig und überraschend zugleich.

Nichts für schwache Nerven, aber seit "Walking Dead" fernsehtauglich geworden ist, mach ich mir da überhaupt keine Sorgen mehr. Für Zartbesaitete gibt es sicher bessere Bücher 😉

Bd 1, Prinz der Dunkelheit, Mark Lawrence, Heyne, € 13,00
Bd 2, König der Dunkelheit, Mark Lawrence, Heyne, € 13,99
Bd 3, Kaiser der Dunkelheit, Mark Lawrence, Heyne, € 14,99

Die Mädels kommen! ...und zwar zu uns in den Laden ;-). Dass Frauen Romane nur für Frauen schreiben ist absoluter Blödsinn und stimmt genausowenig, wie der Umkehrschluss (auch wenn manche Autorinnen und Autoren(!) leider an diesem Nimbus mächtig arbeiten). Dass Mädels nicht nur für Kuschelvampir-Romane gut sind, zeigt auch wieder das einfach gelungene Erstlingswerk der deutschen Autorin Hanna-Linn Hava "Schneewittchens Geister". Ich hab das Buch schon mehrfach angepriesen, möchte euch jetzt aber direkt noch einmal mit der Nase darauf stoßen.

Schönes abgeschlossenes Fantasybuch mit einer Prise Märchen, einem Hauch Grusel und jeder Menge Wahnsinn ;-). Ich habe mich bei dem schrägen, leicht psychotischen Schneewittchen sofort daheim gefühlt. Diese Urban Fantasy braucht sich hinter Kevin Hearnes Zyklus um Atticus O’Sullivan nicht zu verstecken und steht in Puncto Fantasie Catherynne M. Valentes verrückt poetischen Romanen um das Mädchen September nicht nach.

Außerdem hat sich die Autorin für unser Jubiläum zu einer Lesung angekündigt. Am Donnerstag, dem 15.Januar kommt Hanna-Linn Hava zu Besuch zu uns in die Romanboutique, zu einer Lesung mit Signierstunde. Bis dahin wäre es doch gelacht, wenn wir die Zahl der Fans nicht noch kräftig ankurbeln könnten.

Schneewittchens Geister, Hanna-Linn HavaPeriplaneta Verlag, € 14,90

Kurze Liste mit ungewöhlichen Titeln, aber mal wieder echte Empfehlungen, die ein bisschen aus dem allgemeinen Mainstream herausragen…

Im Bereich Taschenbuch wird es auch dieses Jahr nicht leichter, Titel zu finden, die außergewöhnlich sind und eben nicht zu unseren Standardempfehlungen zählen. Zum einen liegt das natürlich daran, dass die Verlage es uns nicht wirklich leicht machen und die phantastischen Reihen immer mehr zusammenschrumpfen. Zum zweiten daran, dass immer mehr Titel versteckt bei kleineren, oder für unsere Gewohnheiten ungewöhnlicheren Verlagen landen.

Als Kind und Jugendlicher hatte ich ein echtes Faible für Robinsonaden. Von Büchern wie "Sigismund Rüstig",

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Das lange Event-Jahr und das kommende Frühjahr in Hermkes Romanboutique…

von am 3. Dezember 2014 2 Kommentare

Viele Events hat es in diesem Jahr wieder gegeben. Nicht alles war für jedermann gleich interessant, aber ich denke, jeder konnte auf seine Kosten kommen. Vielleicht sind neben all den Comic-Signier-Aktionen und den Spiele Events ein wenig die Fans des geschriebenen Wortes zu kurz gekommen. Tatsächlich hatten wir 2014 kein einziges Event, das den Fans phantastischer Literatur exklusiv gewidmet war. Eigentlich wollten wir als letzte Veranstaltung in diesem Jahr noch eine Lesung unter ganz besonderem Motto hinterherschieben. Jetzt ist diese Aktion aber auf nächstes Jahr verschoben. Zum Jubiläum im Januar wird es auf jeden Fall etwas für unsere Leser phantastischer Literatur geben und so, wie es aussieht, auch gleich ein Event für die Comic-Seele. 15.01. jährt sich wieder unsere Gründung und bis dahin werdet ihr warten müssen.

So beschließen wir dieses Jahr im Sinne der Comic-Kultur mit dem Batman-Tag und einem Dank an all die Zeichner und Comic-Autoren, die uns in diesem Jahr besucht haben und auch an unseren guten Freund Michael Dedio, der fast alle Events unterstützt oder organisiert hat. Wir freuen uns aufs nächste Jahr und auf viele weitere gemeinsame Events.

Das letzte Event bei den Spielen ist auch nicht lange her. Und so bleibt uns auch hier, uns für die tollen Cooperationen und die wunderbare Unterstützung aus der Würzburger Szene zu bedanken. Das letzte Event hier war die Lange Würfelburg Nacht in der AMV. Außerdem fanden natürlich regelmäßig unsere Brot und Spiele Treffen im Schelmenkeller statt. Und direkt nach unserem Jubiläum im Januar stehen erst einmal etliche Spiele Conventions auf dem Programm. Teilweise in Würzburg und teilweise seit Jahren von uns supported und besucht. Gratis Rollenspiel Tag, Cave Con, Ork Con und natürlich die Main Würfel Con!

Auch früh im Jahr findet die Manga und Cosplay Convention in unserer Region statt: die TiCon 2015!

Bei all den geplanten Veranstaltungen und Appearences wird mir ganz Angst und Bange, dass ich im Frühjahr kein einziges Wochenende zur Ruhe komme, geschweige denn ein paar Tage zum Snowboarden…

Trotzdem freu ich mich natürlich auf das aufregende 2015!

Viele Events hat es in diesem Jahr wieder gegeben. Nicht alles war für jedermann gleich interessant, aber ich denke, jeder konnte auf seine Kosten kommen. Vielleicht sind neben all den Comic-Signier-Aktionen und den Spiele Events ein wenig die Fans des geschriebenen Wortes zu kurz gekommen. Tatsächlich hatten wir 2014 kein einziges Event, das den Fans phantastischer Literatur exklusiv gewidmet war. Eigentlich wollten wir als letzte Veranstaltung in diesem Jahr noch eine Lesung unter ganz besonderem Motto hinterherschieben.

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Das Jesus-Video

von am 28. November 2014 Kommentare deaktiviert für Das Jesus-Video

JesusVideoAndreas Eschbach
Das Jesus-Video. Thriller.
Köln, Bastei-Lübbe, 2014, 701 Seiten
BL-TB 17035 / 9,99 Euro

Als Archäologen bei Grabungen in der israelischen Wüste neben einem etwa zweitausend Jahre alten Skelett die Bedienungsanleitung für eine Videokamera finden, die es so am Markt noch gar nicht gibt, wittert der Ausgrabungsleiter Professor Wilford-Smith eine Sensation. Er verständigt John Kaun, Geldgeber der Ausgrabung und zugleich einer der mächtigsten Männer der Nachrichten-Branche.
Eine Theorie ist schnell zur Hand: Ein Zeitreisender hat damals Jesus gefilmt, konnte nicht mehr zurückreisen und hat vermutlich die Kamera irgendwo versteckt. Kaun will unbedingt diese Kamera und die Aufzeichnungen um sein angeschlagenes Imperium zu sanieren. Sein Gegenspieler ist der junge Amerikaner Stephen Foxx, der das Skelett gefunden hat. Dabei hat er einen der Anleitung beiliegenden Brief an sich genommen, und versucht nun selbst, mithilfe eines befreundeten Wissenschaftlers, diesen zu entziffern.
Aber Kaun hat viel Geld und keine Skrupel und will mit allen Mitteln Ergebnisse herbeizwingen. Es beginnt ein Wettlauf, bei dem mal Kaun, mal Foxx die Nase vorne hat. Wem es nun gelingt diese Kamera zu finden, welche Informationen sich auf deren Siliziumspeichern befinden und was ein „Jesus Video“ ist, beantwortet der Verfasser in seiner hervorragend erzählten Geschichte, die seit ihrer Erstveröffentlichung 1998 nichts von ihrer Spannung und Faszinationskraft eingebüßt hat.
Andreas Eschbach braucht den Vergleich mit britischen und amerikanischen Autorenkollegen nicht zu scheuen. Es ist alles da, was einen guten Roman ausmacht: Ein ungleiches Liebespaar, jede Menge Geld und Technik, Verschwörungen, Geheimgänge, die Katholische Kirche, tapsige Wissenschaftler und harte Soldaten – und auch ein deutscher Science-Fiction-Schriftsteller hat seine Sternstunde.

Horst Illmer

Andreas Eschbach
Das Jesus-Video. Thriller.
Köln, Bastei-Lübbe, 2014, 701 Seiten
BL-TB 17035 / 9,99 Euro

Als Archäologen bei Grabungen in der israelischen Wüste neben einem etwa zweitausend Jahre alten Skelett die Bedienungsanleitung für eine Videokamera finden, die es so am Markt noch gar nicht gibt, wittert der Ausgrabungsleiter Professor Wilford-Smith eine Sensation. Er verständigt John Kaun, Geldgeber der Ausgrabung und zugleich einer der mächtigsten Männer der Nachrichten-Branche.
Eine Theorie ist schnell zur Hand: Ein Zeitreisender hat damals Jesus gefilmt,

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Todesengel – Vigilantismus auf der Waage

von am 8. Oktober 2014 Kommentare deaktiviert für Todesengel – Vigilantismus auf der Waage

todesengelIch lese ja eigentlich jedes Buch von Andreas Eschbach und bin dabei auch immer gut gefahren. Einige sind für mich sogar echte Highlights. "Todesengel" habe ich lange vor mir hergeschoben, ohne genau zu wissen, warum…

"Todesengel" ist ein echter Eschbach. Im Guten, wie im Schlechten. Ein Triller, der in typischer Eschbach Manier unterschiedliche Seiten und Aspekte beleuchtet, der den Leser zum Nachdenken bringt. Der Mangel an Gerechtigkeit unseres Justitzapparates, die fragwürdige Politik der Samthandschuhe gegenüber Gewaltverbrechern und erhebliche Zweifel an einer potentiellen Abschreckung durch viel zu Milde Urteile, sind nicht nur Inhalt an Stammtischen und bei Rechtspopulisten sondern auch ein ernsthaftes Soziologisches Dilemma bei dem es in Fachkreisen durchaus geteilte Ansichten gibt.

Der Schritt zur Selbstjustiz oder zum Vigilantismus ist im Einzelfall und aus dem Affekt immer wieder in Schlagzeilen der Presse zu lesen. Im Endeffekt ist die kulturell anerkannte Form ja nichts anderes, als die Praxis in (fast) allen Superhelden-Universen. Dabei ist genau dieses Thema natürlich auch immer wieder zentraler Inhalt von Comics und Filmen und spätestens seit Mitte der Achziger mit  "Dark Knight" von Frank Miller (1986) und "Watchmen" von Alan Moore (1986-1987) auch vielfältig diskutiert worden. Der krasseste Film zu diesem Thema ist für mich immer noch "Super" von James Gunn aus dem Jahr 2010.

Und genau an diesem Punkt setzt Andreas Eschbachs Roman ein. Eschbach entwickelt eine Superheldenfigur à la Punisher, die gnadenlos diejenigen richtet, die sich an Schwächeren vergreifen. Dabei ist im Roman die zentrale Figur ein Journalist, der seinerseits getrieben ist, von einem zornig-frustriertem Verlangen nach Gerechtigkeit. In einer irrwitzigen Dynamik treiben sich die beiden Protagonisten gegenseitig an und peitschen mit polemischen Worten und wahnsinnigen Taten die Volks-Seele auf.

Zugegebenermaßen beleuchtet Eschbach die verschiedenen Positionen gewohnt ambivalent. Auch wenn es selten um rasante Action geht, wird der Leser definitiv bei der Stange gehalten und von einem Gefühlsbad ins nächste geschickt. Leider kommt gerade bei diesem Thema ein typisches Merkmal dieses Autors subjektiv besonders stark zum Tragen. Für jemanden, der in Comics und phantastischer Literatur zu Hause ist, bietet der Roman tatsächlich NICHTS Neues und so wird die wirklich gut aufgebaute Geschichte rasch ein wenig langweilig und platt. Natürlich kann ich mich als Comic Shop Guy und Fantasy Buchhändler dabei nicht als Standardleser betrachten, aber diesmal hat mich der Ansatz von Andreas Eschbach, eben doch weiter an der Oberfläche zu bleiben um von einem breiteren Publikum gelesen zu werden, besonders hart getroffen.

Wirklich gut aufgebautes Buch zu einem heiklen Thema aber für "Stammkunden" möglicherweise fast ein bisschen langweilig. Auf jeden Fall aber ein Geschenk für Leute, die man ein bisschen in die Welten der Superhelden und der Phantastik einführen möchte.

Ich lese ja eigentlich jedes Buch von Andreas Eschbach und bin dabei auch immer gut gefahren. Einige sind für mich sogar echte Highlights. "Todesengel" habe ich lange vor mir hergeschoben, ohne genau zu wissen, warum…

"Todesengel" ist ein echter Eschbach. Im Guten, wie im Schlechten. Ein Triller, der in typischer Eschbach Manier unterschiedliche Seiten und Aspekte beleuchtet, der den Leser zum Nachdenken bringt. Der Mangel an Gerechtigkeit unseres Justitzapparates, die fragwürdige Politik der Samthandschuhe gegenüber Gewaltverbrechern und erhebliche Zweifel an einer potentiellen Abschreckung durch viel zu Milde Urteile,

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Hexen, Druiden und Schneewittchens Geister

von am 2. Oktober 2014 1 Kommentar

9783608939323"Urban Fantasy" oder "Contemporary Fantasy" hat die klassische "Sword and Sorcery" in den Regalen der Buchhandlungen zu weiten Teilen ersetzt. Dabei stehen aber nicht nur Mainstream und "All Ager" wie Harry Potter oder "Vampirromanzen" wie Biss zum Morgengrauen unter diesen Titeln, sondern auch gut getarnte Schmankerln, die die moderne Fantasy aufwerten und ergänzen. Die Chroniken des Eisernen Druiden von Kevin Hearne, die ich schon beim Erscheinen des ersten Bandes wärmstens empfohlen habe, stellen trotz der unglaublich geschmacklosen Cover der aktuellen Auflage echte Highlights dar. So muss gute Unterhaltung sein. Genügend Humor gepaart mit rasanter Action und sprachlich auch hervorragend ins Deutsche übertragen.

Ins Deutsche übertragen…

Am liebsten ist es mir ja persönlich, wenn ich gleich ein herausragendes Buch aus deutscher Feder vorgesetzt bekomme. Geschieht leider im Fantasy-Bereich nicht allzu oft und die üblichen Verdächtigen halten sich bewusst auch eher im Mainstream auf – was ich verstehen kann und was ja auch nicht unbedingt schlecht sein muss. Wirklich interessante, überraschende und besondere Titel muss man sich entweder erarbeiten oder bekommt durch Zufall einen entsprechend Tipp.

9783943876758Manchmal kommt es aber auch ganz anders: eine email mit dem Inhalt …"vielleicht habt Ihr Lust, eine Lesung mit einer äußerst sympathischen jungen Autorin zu veranstalten, deren äußerst spannender Debütroman gerade erscheint?"… muss man zwischen all den Spam mails und unwichtigen Werbebotschaften erstmal herausfiltern. Und so ist sie mir auch tatsächlich zunächst durch den Spam-Filter gerutscht. Die äußerst sympathischen jungen Autorin hat nachgehakt und ich hab das Buch gelesen. Zuerst skeptisch, dann aber mit viel Spaß und wirklich voller Begeisterung. Witzig, spannend, skurril und sprachlich angenehm mit sehr bewussten Akzenten. Eine Mischung aus "Urban Fantasy" a la Kevin Hearne und der Mythpunk Lyrik einer Catherynne M. Valente. Ein bisschen Neil Gaiman und ein Prise Wahnsinn. Vielleicht noch nicht perfekt aber schon wahnwitzig unterhaltsam und ein Super Erstling, der Lust auf Mehr macht.

"Schneewitchens Geister" von Hanna-Linn Hava muss sich hinter Stapelware sicher nicht verstecken und verdient es, zu einem echten Geheimtipp zu werden – oder besser gar nicht so geheim. Tolles Buch. Lesen!

Frisch aus dem Urlaub zurück mach ich mich jetzt gleich mal an die Planung für ein herbstliches Lese-Event… Vielleicht klappt das mit ihr, ich würde mich auf jeden Fall sehr freuen…

"Urban Fantasy" oder "Contemporary Fantasy" hat die klassische "Sword and Sorcery" in den Regalen der Buchhandlungen zu weiten Teilen ersetzt. Dabei stehen aber nicht nur Mainstream und "All Ager" wie Harry Potter oder "Vampirromanzen" wie Biss zum Morgengrauen unter diesen Titeln, sondern auch gut getarnte Schmankerln, die die moderne Fantasy aufwerten und ergänzen. Die Chroniken des Eisernen Druiden von Kevin Hearne, die ich schon beim Erscheinen des ersten Bandes wärmstens empfohlen habe, stellen trotz der unglaublich geschmacklosen Cover der aktuellen Auflage echte Highlights dar.

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Weniger Zukunft war nie

von am 16. Juni 2014 Kommentare deaktiviert für Weniger Zukunft war nie

ZukunftSascha Mamczak
DIE ZUKUNFT. Eine Einführung.
München, Heyne, 2014, 112 S.
ISBN 978-3-453-31595-2
Klappenbroschur

Wir hatten einfach zuviel von dieser Zukunft. Wir wenden den Blick von ihr ab und …“ (Seite 108).

Es ist ja nicht so, dass ich mir von diesem Buch die große Erleuchtung versprochen hätte, oder gar das nächste große Werk über die Entwicklung der Menschheit – aber ist es wirklich zuviel verlangt vom derzeitigen Herausgeber der immer noch bedeutendsten deutschsprachigen Science-Fiction-Reihe, dass er seinen Job ernst nimmt? Machen wir es kurz (hier wenigstens soll der Autor uns Vorbild sein) und loben das, was zu loben ist: Sascha Mamczak hat einen in sich stimmigen und gut recherchierten Essay verfasst, der die Ideengeschichte der menschlichen Vorstellung davon was „Zukunft“ ist, hervorragend darstellt. Dass die „Science Fiction“ in dieser über Jahrtausende reichenden Vergangenheitsschau nur einen relativ kleinen Anteil für sich beanspruchen kann, mag auf den ersten Blick verblüffen, rückt die Relationen aber durchaus zurecht. Was mich während der Lektüre – und vor allem an ihrem Ende – jedoch wirklich störte, war der Unterton der Verdrossenheit und der Resignation, der so ganz eigentlich im Gegensatz steht zu der von Mamczak herausgearbeiteten „Offenheit“ der Zukunft: die unendlichen Möglichkeiten, die sich uns auf unserem weiteren Weg bieten! Wäre es nicht gerade seine Aufgabe gewesen, hier auf die Chancen hinzuweisen, die eine sich neu formierende, sich den Ansprüchen des dritten Millenniums stellende Science Fiction für die Gestaltung „der Zukunft“ mitbringt? Welches utopische Potenzial immer noch in diesen Geschichten schlummert? Wie viel Einfluss ein einziges Buch immer und jederzeit zu entwickeln vermag? Leider konnte ich nichts davon entdecken (was unter Umständen daran liegen mag, dass es zu gut „versteckt“ ist) und so frage ich mich, ob Heyne mit diesem sechsten Band seiner „Jubiläums-Edition“ die eigene Science-Fiction-Reihe nach 50 erfolgreichen Jahren nun eigentlich feiern oder beerdigen wollte? Als Leser, Sammler und Fan möchte man den oben zitierten letzten Satz von Mamczaks Ausführungen über DIE ZUKUNFT so jedenfalls nicht hinnehmen!

Horst Illmer

Sascha Mamczak
DIE ZUKUNFT. Eine Einführung.
München, Heyne, 2014, 112 S.
ISBN 978-3-453-31595-2
Klappenbroschur

Wir hatten einfach zuviel von dieser Zukunft. Wir wenden den Blick von ihr ab und …“ (Seite 108).

Es ist ja nicht so, dass ich mir von diesem Buch die große Erleuchtung versprochen hätte, oder gar das nächste große Werk über die Entwicklung der Menschheit – aber ist es wirklich zuviel verlangt vom derzeitigen Herausgeber der immer noch bedeutendsten deutschsprachigen Science-Fiction-Reihe,

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Markus K. Korb – Horror made in Germany

von am 20. Mai 2014 Kommentare deaktiviert für Markus K. Korb – Horror made in Germany

Korb-StruwwelpeterMarkus K. Korb
DER STRUWWELPETER-CODE und andere sonderbare Erzählungen.
Vorwort von Tobias Bachmann, Illustrationen von Peter Davey
o. O., Blitz Verlag, 2014, 221 Seiten
ISBN 978-3-89840-395-5

Dass der „Horror“ keine Erfindung der Amerikaner ist und der Mensch bereits in frühester Kindheit seine Bekanntschaft macht, gehört zu den Dingen, an die Markus K. Korb fest glaubt und die seinen Erzählungen ihre besondere und eigenständige Note geben. Wie unabhängig Korb von den gegenwärtigen Zeitgeist- und Trendthemen (Zombie, Werwolf & Co.) ist, belegt seine neueste Kollektion von fünfzehn „sonderbaren“ Geschichten, die unter dem Titel DER STRUWWELPETER-CODE im Mai 2014 als Taschenbuch im Blitz Verlag erschienen ist.
Die „den deutschen Phantasten der Weimarer Republik“ gewidmeten Erzählungen reichen in ihrer thematischen Vielfalt von Nachempfindungen nordischer und antiker Sagenstoffe („Die Wilde Jagd“, „Orpheus blickt zurück“) und klassischer Märchendichtung („Pestkönigin“, „Das Holzweiberl“) bis hin zu ironisch-tragischen Brechungen der Frage nach der Schuld der Täter und Mitläufer bei Gräueltaten gegen die Menschlichkeit (z. B. in „Der Letzte löscht das Licht“, „Das Feld der Sonnenblumenkinder“, „Kingpin“ oder „Horchpeilung“).
Während die genannten Geschichten durchaus „Grusel auf hohem Niveau“ versprechen, gibt es leider auch einige (wenige) Stories, die eher als „Hausmannskost“ daherkommen („Blindes Huhn“, „Mutter der Puppen“), was sich auf Grund ihrer Kürze jedoch leicht verschmerzen lässt.
Zu ganz großer Form läuft der Autor jedoch in der letzten und mit über fünfzig Seiten auch längsten Story auf, in der er die Geschichte hinter Heinrich Hoffmanns Kinderbuch-Klassiker vom STRUWWELPETER gleich in mehreren metaliterarischen Volten um-, beziehungsweise neu schreibt. Seine „Entschlüsselung“ des „Struwwelpeter-Codes“ gehört zu den lesenswertesten Texten der deutschsprachigen Phantastik der letzten Jahre.
In seinen „sonderbaren Erzählungen“, die von Peter Davey sparsam, aber ausdrucksstark illustriert und von Tobias Bachmann sehr persönlich bevorwortet wurden, zeigt der in der Nähe von Schweinfurt geborene und dort lebende Markus K. Korb, dass die moderne Horror-Erzählung in ihm einen ihrer Meister und in Franken eine Heimat gefunden hat.

Horst Illmer

Markus K. Korb
DER STRUWWELPETER-CODE und andere sonderbare Erzählungen.
Vorwort von Tobias Bachmann, Illustrationen von Peter Davey
o. O., Blitz Verlag, 2014, 221 Seiten
ISBN 978-3-89840-395-5

Dass der „Horror“ keine Erfindung der Amerikaner ist und der Mensch bereits in frühester Kindheit seine Bekanntschaft macht, gehört zu den Dingen, an die Markus K. Korb fest glaubt und die seinen Erzählungen ihre besondere und eigenständige Note geben. Wie unabhängig Korb von den gegenwärtigen Zeitgeist- und Trendthemen (Zombie,

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Heyne-50-Jahre-SF-Edition

von am 19. April 2014 1 Kommentar

50Heyne hat soeben eine kleine Reihe ausgewählter Science Fiction Bände zum 50 jährigen Jubiläum der SF im Heyne Verlag publiziert. Definitiv gute Titel – über die letztendliche Auswahl kann man immer streiten. Aus jedem Jahrzehnt ein herausragender Band. Aus jedem Jahrzehnt ein herausragender Autor.

Ein guter Zeitpunkt unsererseits eine neue Rubrik und einen neuen Autoren auf unserer Seite einzuführen. Horst Illmer ist seit Anfang an Kunde bei uns im Laden – und schon lange zuvor ein Weggefährte meines Vaters. Horst ist einer der  Würzburger Science Fiction Aktivisten der ersten Stunde. Urgestein und guter Geist. Quell von Wissen und – nach wie vor Sammler, Autor, Redakteur und Übersetzer. Natürlich freuen wir uns ganz besonders, dass Horst jetzt auch angeboten hat Artikel für unsere Seite zur Verfügung zu stellen und/oder zu schreiben. Und das trotz seiner unzähligen anderen Verpflichtungen und Arbeiten in der deutschen Phantastik Szene.

Unter der Rubrik "Horsts Bibliothek" werden euch seine Artikel in Zukunft im Autorenbereich und/oder auf der Hauptseite zur Verfügung stehen. Ich freue mich persönlich auf seine Texte, da Horst nicht nur eine unfassbar vollständige Sammlung phantastischer Erstausgaben besitzt, sondern auch über ein fundiertes Wissen im phantastischen Spektrum verfügt. Ihr könnt auf seine Artikel gespannt sein…

verlorene-paradieseKoinzidenz! Fast zeitgleich mit der Heyne SF Jubiläumsreihe ist eine deutsche Erstveröffentlichung erschienen, aus der Feder einer der Auserwählten, der "Besten der Besten", die jeweils für ein Jahrzehnt stehen dürfen: Ursula K. Le Guin. Der Roman ist mit ca 120 Seiten eher kurz, fast eine Novelle. Dennoch ist "Verlorene Paradiese" ein echtes Juwel und es wäre mehr als schade gewesen, wenn dieses Juwel uns verloren gegangen wäre. Die Geschichte ist in all ihrer Kürze genial und eindringlich. Die vorliegende Übersetzung von Horst Illmer ist trefflich gelungen. Das Buch ist im Atlantis Verlag erschienen und für 10,90€ zu erwerben.

Heyne hat soeben eine kleine Reihe ausgewählter Science Fiction Bände zum 50 jährigen Jubiläum der SF im Heyne Verlag publiziert. Definitiv gute Titel – über die letztendliche Auswahl kann man immer streiten. Aus jedem Jahrzehnt ein herausragender Band. Aus jedem Jahrzehnt ein herausragender Autor.

Ein guter Zeitpunkt unsererseits eine neue Rubrik und einen neuen Autoren auf unserer Seite einzuführen. Horst Illmer ist seit Anfang an Kunde bei uns im Laden – und schon lange zuvor ein Weggefährte meines Vaters.

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Hohlbein – Meyer – Heitz

von am 17. März 2014 Kommentare deaktiviert für Hohlbein – Meyer – Heitz

HohlbeinDie drei klingendsten Namen der deutschen Phantastik. Der "Altmeister" Wolfgang Hohlbein war vor vielen Jahren bereits bei uns zu Gast und ich bin tatsächlich Fan einiger seiner trashigen frühen Werke, wie der Heftserie um "Robert Craven", den "Hexer von Salem" oder der Endzeit Serie um die taffe "Charity" von der Space Force.

Markzwergeus Heitz ist seit seinen "Zwergen" der absolute Senkrechtstarter in Sachen Stapelverkauf in großen Buchhandlungen und auch bei ihm habe ich ein echtes Faible. Sein "Ritus" und "Sanctum" und seine "Mächte des Feuers" fand ich richtig cool.

Der dritte NaMerleme ist irgendwie anders. Die Veröffentlichungen von Kai Meyer belegen seit Mitte der Neunziger die (vor allem Jugendbuch-) Regale in Buchhandlungen. Kai Meyer hatte dabei nie das Stigma des Fantasy-Autoren. Seine Bücher sind immer irgendwie originär und haben einen ganz eigenen Ductus. Kai Meyer verknüpft oft Realität, Mythen und Sagen aus aller Welt und klassische Fantasy-Elemente. Seit seiner "Merle-Trilogie" bin ich ein echter Fan. Kai Meyer ist einer der Autoren, bei denen ich mich wirklich auf jedes neue Buch und jeden neuen Zyklus freue. Die Konstanz bei seinen Büchern, die mich immer wieder neugierig auf das nächste warten lässt, ist besonders bemerkenswert, weil er eine ähnliche Schlagzahl an den Tag legt, wie seine beiden Bestseller Kollegen Hohlbein und Heitz. Sicher sehr subjektiv, aber schon Merle, seine "Wolkenvolk Trilogie" und "Arkadien" haben mir derart viel Spaß beim Lesen gemacht, wie wenige andere Vertreter des Fantasy Mainstream. Chapeau!

PhantasmenSein aktuelles Buch "Phantasmen" ist mal wieder ein einfach guter Roman. Wirklich coole Ideen, auch wenn hier die Parallelität mit Lockwood & Co zumindest erstaunlich ist. Spannend und schnell zu lesen. Ein kleines Bisschen haben mir die dramatisch-romantischen Szenen gefehlt, die ich bei vielen seiner Bücher so heimelig fand (ja, ich mag es manchmal auch, wenns romantisch und gefühlsmäßig vertrackt ist). "Phantasmen" hat alles, was ein unterhaltsames, modernes Fantasy (Jugend-)Buch braucht. Sicher nicht sein Bestes, aber immer noch viel besser, als vieles, was in den Regalen des Buchhandels so steht. Ich freue mich jetzt schon auf sein nächstes Buch.

Kai Meyer: Phantasmen
Carlsen Verlag €19,90

Die drei klingendsten Namen der deutschen Phantastik. Der "Altmeister" Wolfgang Hohlbein war vor vielen Jahren bereits bei uns zu Gast und ich bin tatsächlich Fan einiger seiner trashigen frühen Werke, wie der Heftserie um "Robert Craven", den "Hexer von Salem" oder der Endzeit Serie um die taffe "Charity" von der Space Force.

Markus Heitz ist seit seinen "Zwergen" der absolute Senkrechtstarter in Sachen Stapelverkauf in großen Buchhandlungen und auch bei ihm habe ich ein echtes Faible. Sein "Ritus"

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Unser Antiquariat

von am 28. Januar 2014 2 Kommentare

Anti

Antiquariate

Ich habe schon viel über unser Sortiment geschrieben. Es gibt Rezensionen zu allen Bereichen unseres Ladens von unterschiedlichen Autoren. Unter anderem natürlich auch die legendären Besprechungen von Hermke. Gerade in dieser Rubrik gibt es immer wieder Bücher, die nicht mehr lieferbar sind und leider nimmt diese Tendenz stetig zu. Immer kürzer werden die Zeiträume, die Verlage als sinnvoll erachten, einen Titel lieferbar zu halten. Immer mehr wird auf Verkaufszahlen und Umschlaghäufigkeit geschielt und dann alles, was vordergründig unrentabel erscheint, verramscht oder nicht mehr aufgelegt. Diese marktwirtschaftlichen Mechanismen betreffen , sehr zu meinem Leidwesen, die ganze Spannweite der phantastischen Literatur besonders hart. Weder Serien noch Einzelbände sind gegen den Rotstift der Controller gefeit und selbst Dauerseller, die Jahrzehnte in den Verlagsprogrammen zu finden waren sind plötzlich nicht mehr marktgerecht und werden nicht nachgedruckt. Salvatores "Dunkelelf-Saga" steht trotz aufwändiger Neuauflage vor dem Aus, die "Midkemia-Saga" von Herrn Feist ist nur noch fragmentarisch lieferbar und die wunderbare "Werksausgabe" des Meisters Philip K. Dick wird nicht nur zu keinem Ende gebracht, sondern ist nur noch in kleinen Teilen "in print". Bei den neueren Publikationen verlagert sich die "Backlist" zum ebook und bei den Klassikern verschwindet sie komplett und der kaufwillige Leser muss versuchen ihrer antiquarisch habhaft zu werden. Dabei sind Plattformen wie booklocker, zvab, amazon-marketplace oder ebay zielführend, aber häufig ist dort die preisliche Entwicklung und der Umgang mit der Ware Buch zumindest denkwürdig. Die Alternative ist etwas aus der Mode gekommen, steht der reale Besuch eines Antiquariates doch im Schatten der "schönen neuen Cyberwelt". Über den Comicshop und Fantasy-Rollenspiele lacht man höchstens bei "Big Bang Theory" oder den "Simpsons" und echte Buchantiquariate begeistern zwar in den literarischen Werken eines Carlos Ruiz Zafón oder Walter Moers – wirken dann heimelig oder sogar mystisch und verwunschen – sind aber in der Realität völlig aus der Mode gekommen. Dabei waren Antiquariate früher die Schatztruhe der Suchenden und bergen auch heute wahre Kostbarkeiten in sich. Der Antiquar versteht sein Handwerk, kennt den Wert seiner Bücher und hortet über Jahrzehnte Kostbarkeiten aus allen Bereichen in den raumhohen Regalen. Viele dieser Schätze verlieren ihren Wert in unserer Welt, weil die schnellebige Informationsgesellschaft sie schlicht und ergreifend vergisst. Trotz all der ständig verfügbaren Fakten auf privaten und kommerziellen Seiten – oder vielleicht gerade deswegen. Antiquariate bieten genau das Gegenteil. Nicht die schnelle Antwort auf eine richtig formulierte Frage, sondern die Anleitung zur Suche. Wer ein Antiquariat betritt und einfach nur nach einem Buch fragt, um vielleicht ein, zwei, drei Euro im Vergleich zum Neupreis zu sparen, wird sicher auch ab und zu fündig, hat aber weder den Sinn, noch die Möglichkeiten eines solchen Aufenthaltes verstanden. Man muss sich Zeit nehmen, suchen, Gespräche führen und offen sein. Nicht das Buch zu finden, das man sucht, sondern ein Buch finden, das man möchte.

Weltweit

Immer wieder denken wir darüber nach, wie wir all die Bücher, die wir antiquarisch auf Lager haben, an den Mann oder die Frau bringen können. Egal wo – also überregional. Der erste Gedanke ist natürlich die Nutzung bestehender Plattformen. Das Problem dabei sind nicht nur die Kosten, sondern vor allem der Identitätsverlust, der damit einhergeht. Ein Buch, das wir über amazon oder ebay verkaufen, hat der Kunde nicht bei uns gefunden, sondern eben bei den entsprechenden Plattformen. Ich bewerbe mit meinem Verkauf die Konkurrenz, verstärke durch mein Sortiment den Eindruck, dass zum Beispiel amazon alles vorrätig hat, auch das, was es in der freundlichen Buchhandlung um die Ecke nicht mehr gibt. Die einzige Alternative einer Annäherung an das weltweite Netz ist ein eigener Bestandshop. Der Weg dahin ist aber weit und beschwerlich und mit mehr Stolpersteinen gepflastert, als ihr euch vorstellen könnt. Jedenfalls wenn man es auf seine Weise angehen möchte – individuell und professionell. Über den eigenen Shop schreibe ich schon lange. Wir sind immer noch dran aber es wird noch dauern. Was wir jedoch realisiert haben ist diese Seite. Diese Seite soll für euch da sein und für uns. Ein Spiegel unseres Ladens, eine Möglichkeit euch zu zeigen, was wir können. Was wir für euch tun können. Mit der Intension euch hierher zu locken, damit wir das tun können, was wir am besten können. Vor Ort für euch da zu sein.

Unser Antiquariat

WHermkeir haben ständig Unmengen an gebrauchten und antiquarischen Büchern für euch vorrätig. Viele Kostbarkeiten aus vergangenen Jahrzehnten oder second hand Versionen aktueller Titel. Sammler können ihre Lücken schließen, Unschlüssige können sich inspirieren lassen und Interessierte können stöbern. Viele der Bücher hat der ein oder andere von uns gelesen und wir können euch irgendetwas dazu erzählen. Zu anderen findet sich vielleicht ein Kunde oder Besucher, mit dem sich ein Gespräch entwickelt. Natürlich wissen wir auch nicht immer alles, aber im Zweifelsfall wissen wir, wie wir es herausfinden. Unsere Erfahrung und unsere Auswahl machen das Antiquariat zu einer Fundgrube für euch. Aber nur, wenn ihr euch Zeit nehmt – am Stück oder immer wieder. Denn irgendwann bekommen wir sie alle in die Hand, die Bücher, nach denen ihr sucht. Ihr habt die Wahl: Geduld und Vorfreude oder schneller Konsum. Wer sich nur dafür entscheidet, wird nie wissen, was er verpasst hat 😉 . Gebt einfach mal bei einer Internetsuche "antiquariat" ein und lasst euch nur Bilder anzeigen. So etwas kann keine Plattform der Welt und kein Webshop ersetzen. Das war vor mehr als dreißig Jahren die Idee meines Vaters Hermke und wir wollen, dass das so bleibt!

Antiquariate

Ich habe schon viel über unser Sortiment geschrieben. Es gibt Rezensionen zu allen Bereichen unseres Ladens von unterschiedlichen Autoren. Unter anderem natürlich auch die legendären Besprechungen von Hermke. Gerade in dieser Rubrik gibt es immer wieder Bücher, die nicht mehr lieferbar sind und leider nimmt diese Tendenz stetig zu. Immer kürzer werden die Zeiträume, die Verlage als sinnvoll erachten, einen Titel lieferbar zu halten. Immer mehr wird auf Verkaufszahlen und Umschlaghäufigkeit geschielt und dann alles,

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Arena Verlag

von am 4. Januar 2014 1 Kommentar

Arena Verlag GebäudePhantastik in Würzburg hat eine lange Tradition. Unseren Laden, Hermkes Romanboutique gibt 1981 – ja,am 15. Januar jährt es sich zum 33. Mal. Vor dem Laden war der Science Fiction Stammtisch Würzburg, mit den Tauschtagen und gemeinsamen Fahrten zu Conventions oder einfach nur Besuchen anderer Stammtische in anderen Städten – und natürlich den Gegenbesuchen, zum Beispiel des Stuttgarter Science Fiction Stammtisches, bei denen ich auch im zarten Alter das Vergnügen hatte Dennis Scheck, den heutigen Literaturkritiker kennenzulernen, der übrigens damals auch noch ein Dreikäsehoch war 😉 .

Schon damals war ich selbst begeisterter Leser von phantastischen Jugendromanen – Erbsünde 😉 . Und tatsächlich kamen etliche dieser Bucher aus einem Verlagshaus, welches seinen Sitz in unserer fränkischen Heimat, in Würzburg hat. Im Arena-Verlag sind damals Bücher wie Lloyd Alexanders Taran oder Otfried Preußlers Krabat erschienen, die nach wie vor zu den zeitlosen Klassikern zählen und mein Leseverhalten nachhaltig beeinflusst haben. Auch heute steht das Arena Verlagshaus ganz in der Nähe unseres Ladens in einer Seitenstraße der Rottendorfer. Aktuell werden im Arena Verlag etliche phantastische Jugendbücher publiziert, unter anderem die spannende Serie "Das Tal", der in der Nähe von Frankfurt lebenden Krystina Kuhn oder die Bestseller "Chroniken der Unterwelt" von Cassandra Clare.

Wenn man von Phantastik oder Fantasy in Würzburg spricht, darf man den Arena-Verlag und dessen verlegerisches Wirken auf keinen Fall vergessen. Früher Kontakt mit dem Genre führt letztendlich zu einem Abbau alter Vorurteile und bei Jugendlichen, die bereits im Heranwachsen Fantasy lesen, erhöht sich die Chance, dass sie vielleicht eines Tages überkommene Vorstellungen überwinden und auch als Erwachsene die wunderbare Welt der phantastischen Literatur zu schätzen wissen. Ich denke, man kann mit Fug und Recht behaupten, dass die gewachsene Kultur des phantastischen Kinder- und Jugendbuches einen wichtigen Aspekt in der Entwicklung darstellt, Phantasie und Kreativität fördert, wie Lesen an sich sprachförderlich und bildend ist. Ja, Lesen gefährdet ihre Dummheit, und das schon in jungem Alter 😉 .

Langer Rede kurzer Sinn, ein herzliches Dankeschön an den Arena Verlag für viele schöne Lesestunden meiner Jugend (und auch heute noch) – und vielleicht ergibt sich ja einmal die Gelegenheit für ein gemeinsames Projekt.

Phantastik in Würzburg hat eine lange Tradition. Unseren Laden, Hermkes Romanboutique gibt 1981 – ja,am 15. Januar jährt es sich zum 33. Mal. Vor dem Laden war der Science Fiction Stammtisch Würzburg, mit den Tauschtagen und gemeinsamen Fahrten zu Conventions oder einfach nur Besuchen anderer Stammtische in anderen Städten – und natürlich den Gegenbesuchen, zum Beispiel des Stuttgarter Science Fiction Stammtisches, bei denen ich auch im zarten Alter das Vergnügen hatte Dennis Scheck, den heutigen Literaturkritiker kennenzulernen, der übrigens damals auch noch ein Dreikäsehoch war 😉 .

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Wunschzettel Taschenbücher

von am 3. Dezember 2013 6 Kommentare

Im Bereich Taschenbuch ist es für mich diesmal ganz schön schwer. Meine persönlichen Highlights habe ich alle zum Teil mehfach angepriesen. Ber Wunschzettel soll ja aber nicht einfach nur eine Liste mit guten Büchern sein, sondern auch eine persönliche Empfehlungsliste. Wiederholen will ich mich nicht ständig, deswegen ganz ganz kurz nochmal der Hinweis, in der Kategorie Tipps auch so noch mal zu schmökern. Ich habe nicht nur ganz aktuelle Bücher zusammengeschrieben, sondern für euch eine echte Wunschliste,  auch mit Romanen, die man einfach gerne mal übersieht zusammengestellt.

Steampunk zwischen historischem Krimi und überbordender Fantasie. Bis jetzt gibt es 2 Fälle (in deutscher Sprache) für das Ermittlerduo Sir Richard Francis Burton, den Weltreisenden, Abenteurer und Gentleman in Schwierigkeiten und den irrwitzig genialen Poeten und abgestürzten Trunkenbold Algernon Charles Swinburne.
Mark Hodder verknüpft so genial historische Figuren und urbane Legenden mit dem, was wir mittlerweile so selbstverständlich als Steampunk bezeichnen. Ich habe diese ersten beiden Bände verschlungen und freue mich wirklich auf den dritten, der im Frühjahr erscheinen wird. Die Bände sind jeweils völlig abgeschlossen, aber natürlich trotzdem am besten in der Reihenfolge des Erscheinens zu lesen. Auch wenn der ein oder andere der Steampunk-Schwämme vielleicht ein wenig skeptisch gegenübersteht oder keine weitere Geschichte in einem viktorianischen England lesen wollte (So ging es mir nämlich), der kuriose Fall des Spring Heeled Jack ist eines dieser Werke, die aus einem Genre nicht mehr wegzudenken sind und ohne die es ärmer wäre.

Burton und Swinburne 1, Der Kuriose Fall des Spring Heeled Jack, Bastei Lübbe, € 15,00
Burton und Swinburne 2, Der wundersame Fall des Uhrwerkmannes, Bastei Lübbe € 15,00
Burton und Swinburne 3, Auf der Suche nach dem Auge von Naga, Bastei Lübbe, März 2014

Codex Alera – eine Ausnahme. Die Serie von Jim Butcher stellt im Fantasy-Bereich eine rühmliche Ausnahme dar. Nur allzu oft erleben die ersten Bände das Ende einer Serie nicht. Butchers 6-Bändiges Epos um die Helden Tavi und Amara (und Bernard, Isana, Fidelias, Odiana und Faede) wurde im Deutschen von 2009 bis 2012 veröffentlicht und obwohl der letzte Band bereits über ein Jahr alt ist, ist die gesamte Serie nach wie vor lieferbar – komplett und einheitlich. Auch wenn ein paar Leser mit dem ersten Drittel des ersten Bandes kleine Anlaufschwierigkeiten hatten, das einhellige Feedback war überwältigend. Butcher überzeugt übrigens ähnlich gewaltig mit seiner Urban Fantasy Reihe um Harry Dresden, wo auch gerade der Abschlußband erschienen ist. Mein dringlicher Rat an alle, die die Bücher noch nicht haben: Kaufen, so lange es sie noch gibt!

Codex Alera – Bd 1, Die Elementare von Calderon, Jim Butcher, Blanvalet, € 14,00
Codex Alera – Bd 2, Im Schatten des Fürsten, Jim Butcher, Blanvalet, € 14,00
Codex Alera – Bd 3, Die Verschwörer von Kalare, Jim Butcher, Blanvalet, € 15,00
Codex Alera – Bd 4, Der Protektor von Calderon, Jim Butcher, Blanvalet, € 14,00
Codex Alera – Bd 5, Die Befreier von Canea, Jim Butcher, Blanvalet, € 15,00
Codex Alera – Bd 6, Der erste Fürst, Jim Butcher, Blanvalet, € 15,00

Durchdacht und intelligent war schon die erste Serie von Daniel Abraham, "Die magischen Städte". Leider hat sich das nicht in den Verkaufszahlen niedergeschlagen und somit das derzeit übliche Verlagsprozedere ausgelöst: Kaum erschienen, schon im Ramsch. Keine Gnade, keine Ausdauer. Mittlerweile steigen die Preise für einzelne Bände auf dem Gebrauchtmarkt in schwindelnde Höhen. Vielleicht hätte man da doch noch ein wenig warten sollen… Seis drum. Auch der aktuelle Zyklus des Autors (vom deutschen Verleger zu einem Pseudonym verdonnert, wollte man doch nicht an die schlechte Vorgabe anknüpfen) ist wieder herausragend. Gut – nichts für reine Action-Leser, aber von beeindruckender Tiefe und plastischer Kraft. Für mich einer der besten Autoren, dieser Daniel, wie auch immer er gerade heißen möge…

Dolch und Münze – Bd 1, Das Drachenschwert, Daniel Hanover, Blanvalet, € 14,00
Dolch und Münze – Bd 2, Königsblut, Daniel Hanover, Blanvalet, € 15,00
Dolch und Münze – Bd 3, Das Gesetz des Tyrannen, Daniel Hanover, Blanvalet, Juli 2014

Auch hier geht es weiter! Eine Fantasy-Geschichte aus Fantasy-Stoff. Eigentlich kennt man viele Aspekte der Geschichte schon, Elspeth Cooper lässt sich Zeit mit der Entwicklung und der erste Band konnte mich erst auf den zweiten Anlauf hin gefangen nehmen. Manchmal ist so etwas eben auch Stimmungssache, denn beim zweiten Versuch war ich sofort gefangen in der Welt. Für mich ist die Autorin vor allem eine Meisterin der Bilder. Alles war vor meinen Augen – klar und deutlich – vielleicht war ich sogar ein bisschen dort, in dieser Welt, die so viel mit unserer gemein hat und doch so anders ist. Die Geschichte um Gair geht auch in Band zwei "Die wilde Jagd" sehr ruhig weiter. Neue Figuren und neue Aspekte. Alles in allem wirken die Bände für mich sehr episch und groß angelegt. Der Serientitel "Die wilde Jagd" ist im  höchsten Maße irreführend, ich würde das Ganze eher als "Die stille Pirsch" bezeichnen ;-). Bisher ist nur ein weiterer Teil angekündigt, aber das ist sicher noch nicht alles – und ich freue mich darauf!

Die wilde Jagd – Bd 1, Die Lieder der Erde, Elspeth Cooper, Heyne, € 14,99
Die wilde Jagd – Bd 2, Die wilde Jagd, Elspeth Cooper, Heyne, € 14,99
Die wilde Jagd – Bd 3, Der Schleier der Macht, Elspeth Cooper, Heyne, Juli 2014

Die Russen kommen! Klingt wie ein alter Hut (Kalter Krieg und so…), ist es auch. Spätestens seit Lukianenko spielen russische Autoren in der phantastischen Literatur wieder eine deutliche Rolle. "Die Chroniken von Hara" ist nach den "Chroniken von Siala" die zweite Serie von Alexey Pehov. Seit Oktober ist der Zyklus vollständig und mit "Sturm" ist auch die zweite, in sich völlig geschlossene Reihe, zu einem (guten!) Ende gebracht. Auch wenn wir mit Garrett einen alten Bekannten wieder treffen, ist diese Geschichte völlig anders als sein Erstlingswerk. Pehovs Welt ist hart und kühl, seine Charaktere werden nie zu Freunden, trotzdem habe ich jeden Band herbeigesehnt und hätte am Ende auch gerne weiter gelesen. Vielleicht wird es ja noch weitere Abenteuer in dieser Welt zu lesen geben.

Die Chroniken von Hara – Bd 1, Wind, Piper Verlag, € 16,99
Die Chroniken von Hara – Bd2, Blitz, Piper Verlag, € 16,99
Die Chroniken von Hara – Bd3, Donner, Piper Verlag, € 16,99
Die Chroniken von Hara – Bd4, Sturm, Piper Verlag, € 16,99

So, das war jetzt für mich relativ viel Fantasy. SF Titel hatte ich aber diese Jahr schon etliche (Jeschke: Dschiheads, Bacigalupi: Schiffsdiebe…) und auch bei den Hardcover-Empfehlungen waren einige dabei. Horror, Thriller und Jugendbuch hatte ich auch schon einiges erwähnt, bleibt also nur die Fantasy. Auch mal nicht schlecht, da wird mir öfter vorgeworfen, ich würde diesen Bereich ein wenig vernachlässigen…

Im Bereich Taschenbuch ist es für mich diesmal ganz schön schwer. Meine persönlichen Highlights habe ich alle zum Teil mehfach angepriesen. Ber Wunschzettel soll ja aber nicht einfach nur eine Liste mit guten Büchern sein, sondern auch eine persönliche Empfehlungsliste. Wiederholen will ich mich nicht ständig, deswegen ganz ganz kurz nochmal der Hinweis, in der Kategorie Tipps auch so noch mal zu schmökern. Ich habe nicht nur ganz aktuelle Bücher zusammengeschrieben, sondern für euch eine echte Wunschliste,  auch mit Romanen,

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Wunschzettel Bücher

von am 26. November 2013 Kommentare deaktiviert für Wunschzettel Bücher

Sodala, mir liegen dieses Jahr die besonderen Dinge näher am Herzen, als andere. Vielleicht bin ich durch die Vielzahl schöner Veröffentlichungen mitgerissen worden. Seis drum, zuerst die Bücher. Auf die Taschenbuch-Tipps müsst ihr noch warten. Dieser Artikel ging einfach flotter von der Hand.

Märchenhaft, verspielte Fantasy. Mit vielleicht nicht so viel spielerischem Wortwitz wie Moers, aber ähnlich bezaubernd und fantasievoll kommt der Roman von Catherynne M. Valente daher. Ein kleiner Trost darüber hinweg, dass wir auf den dritten Buchhaim Band von Herrn Moers jetzt bis nächsten Herbst warten müssen.
Allein der Titel Die wundersame Geschichte von September, die sich ein Schiff baute und das Feenland umsegelte spricht Bände. Als Mythpunk bezeichnet die Autorin ihre eigene Art zu schreiben und tatsächlich, jenseits aller Trendreiterei die man in diese Bezeichnung hineininterpätieren könnte, fühlt sich diese Bezeichnung richtig an – wild, poetisch, märchenhaft und vor allem völlig frei von jeglicher Verstaubtheit. Mein Tipp für verträumte Winterabende.

Die wundersame Geschichte von September, die sich ein Schiff baute und das Feenland umsegelte, Catherynne M. Valente, Rowohlt, € 17,95

The cheeky little british Miss. Soeben ist der Fünfte Fall von Flavia de Luce erschienen. Ein Grund mehr die Reihe von Alan Bradley zu empfehlen. Die Abenteuer der little Miss Marple sind jedes für sich genommen unglaublich amüsant. Ja, es sind irgendwie Jugendbücher und ja, Flavia ist ein kleines Mädchen, aber das Flair der Reihe, die liebevollen Details und die vertrackt konstruierten Fälle machen die Krimis zu einem echten Lesevergnügen. Frech, spannend, witzig und very british!

Flavia de Luce – Bd 1, Mord im Gurkenbeet, Alan Bradley, Blanvalet Taschenbuch, € 8,99
Flavia de Luce – Bd 5, Schlussakkord für einen Mord, Alan Bradley, Penhaligon, € 19,99

Tagebuch nach dem Zusammenbruch. Ich tue mir schwer, über das Buch zu reden, wenn ich es Kunden empfehle. Mir liegt immer der Vergleich mit Marlene Haushofer auf der Zunge. Der Vergleich stimmt aber nur in Bezug auf die sehr persönliche und ruhige Erzählweise. Das Ende der Welt ist viel realer und der Protagonist zeichnet als Mann natürlich kein überkommenes Frauenbild. Trotzdem ist er ein Auslaufmodell in einer sterbenden Welt. "Big Hig" ist kein Held, der sich durch eine postapokalyptische Wüste metzelt, sondern ein ganz normaler Mensch, mit eigentlich nur einem Ziel, möglichst viel Normalität in diese neue Welt hinüberzuretten. Ich habe an dem Buch sehr langsam gelesen, weil ich immer wieder abgeschweift bin, meine Gedanken auf die Reise habe gehen und die Bilder in meinem Kopf habe wirken lassen. Trotz allem ist das Buch am Ende kein Frustbuch, das einen in Depressionen stürzt. "Big Higs" Weg ist sehr persönlich und durchaus hoffnungsvoll positiv. Ein sehr bewegendes Buch für ruhige Stunden einfühlsam ins Deutsche übertragen von Eva Bonné.

Das Ende der Sterne, wie Big Hig sie kannte, Peter Heller, Eichborn, € 19,99

Wiener Schmäh vom Deutsch-Amerikanischen Feuilletonisten Hannes Stein. Ja, ich habe bereits darüber geschrieben (Link). Aber dieses Buch gehört definitiv auf die Wunschzettel-Liste 2013. Es ist einer dieser überraschenden Zufallsfunde meinerseits und wahrscheinlich auch einer dieser seltenen Ausflüge, eigentlich völlig anders ausgerichteter Autoren, ins Genre SF. Hannes Steins Vita (hier ein Link zu wikipedia) liest sich extrem vielseitig und interessant und diese vielschichtige Klugheit hat er auch in den Alternativ-Welten Roman Der Komet einfließen lassen, in dem die Weltkriege nicht stattgefunden haben und alles ein bisschen antiquierter und europäischer wirkt. Fast verklärt – mit wirklich komischem Humor und einfach nett. Steins alternative Realität ist verkommt dabei nie zum wehmütigen "ach wäre das schön"-Traum, sondern bietet vielmehr ein vielschichtiges und intelligentes Zerrbild der Geschichte. Die Entwicklung seiner Geschichte ist dabei manchmal langsam aber nie uninteressant oder langweilig. Ich würde gerne mehr solche Bücher lesen und mir wünschen, dass solche Autoren mal auf Bestsellerlisten landen würden und den Mainstreamdreck der Verlagsgiganten vertrieben, aber das ist wohl eine alternative Realität 😉

Der Komet, Hannes Stein, Galiani Verlag, € 18,99

Houston, Houston! Eines der Dinge, die ich mir immer wünsche, sind liebevoll gestaltete, bibliophile Ausgaben oder Werksausgaben bedeutender Autoren des Genres. Selten genug geht dieser Wunsch in Erfüllung, aber manchmal eben gleich doppelt. Derzeit erscheint beim Septime Verlag eine Werksausgabe von James Tiptree junior, einer der interessantesten Phantastik-Autorinnen des 20. Jahrhunderts. Das wirklich schöne daran ist, dass die Werke Tiptrees bisher nur sehr fragmentarisch in deutscher Sprache veröfffentlicht wurden und damit in der perfekten Werksausgabe unglaublich viele deutsche Erstveröffentlichungen enthalten sind. Außerdem wird die Edition von einer passenden Biographie ergänzt, die das tragische Leben dieser großen Frau beleuchtet. Die Ausgabe ist nicht billig, aber ein echtes Juwel.

James Tiptree junior Biographie
Das Doppelleben der Alice B. Sheldon, Julie Phillips, Septime Verlag € 29,00
James Tiptree junior Kurzgeschichten
Doktor Ain, Septime Verlag € 22,30
Liebe ist der Plan, Septime Verlag erscheint 2015
Houston, Houston!, Septime Verlag € 23,30
Zu einem Preis, Septime Verlag € 23,30
Quintana Roo, Septime Verlag € 18,40
Sternengraben, Septime erscheint 2014
Yanqui Doodle, Septime Verlag erscheint 2014
James Tiptree junior Romane
Die Mauern der Welt hoch, Roman, Septime erscheint 2015
Helligkeit fällt vom Himmel, Roman, Septime erscheint 2016

Walter Moers mimt Martins Schorsch? Ich selbst glaube ja an das Gesamtkunstwerk des Hildegunst von Mythenmetz, aber die unkenden Stimmen werden immer lauter, ob der Verspätung des dritten Teiles und der Verzögerung und Teilung des Gesamtwerkes durch die Aufteilung im Deutschen, in der Übersetzung von Walter Moers, der offensichtlich eine Schaffenskrise durchleben muss. Dass stattdessen eine colorierte Neuauflage des ersten Zamonienbandes eingeschoben wird, ist ungeheuerlich. Bleibt dem treuen Devotionalienkäfer nichts, als den Nepp mitzumachen und anschließend gleich noch den Zamonien Kalender 2014 (Auf dessen Rückseite, wie zum Hohn, das Erscheinungsdatum von "Das Schloss der träumenden Bücher" noch mit Herbst 2013 angekündigt steht)

Die 13 1/2 Leben des Käpt’n Blaubär, Knaus, € 29,99
Zamonien Kalender 2014, Knaus, € 16,99

Sodala, mir liegen dieses Jahr die besonderen Dinge näher am Herzen, als andere. Vielleicht bin ich durch die Vielzahl schöner Veröffentlichungen mitgerissen worden. Seis drum, zuerst die Bücher. Auf die Taschenbuch-Tipps müsst ihr noch warten. Dieser Artikel ging einfach flotter von der Hand.

Märchenhaft, verspielte Fantasy. Mit vielleicht nicht so viel spielerischem Wortwitz wie Moers, aber ähnlich bezaubernd und fantasievoll kommt der Roman von Catherynne M. Valente daher. Ein kleiner Trost darüber hinweg, dass wir auf den dritten Buchhaim Band von Herrn Moers jetzt bis nächsten Herbst warten müssen.

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Vielleser und Brettspielfans

von am 15. November 2013 Kommentare deaktiviert für Vielleser und Brettspielfans

AntiMitteDas Antiquariat als Bücherei

Wir haben eine ganze Reihe von "Heavy Usern" im Bereich Taschenbuch und Comic. Kunden, die wirklich viel lesen – wirklich viel – mehr als wir und oft auch schneller… Dabei gibt es mindestens zwei verschiedene Arten im Umgang mit dieser Leselust. Klar der Sammler. Der macht sich eigentlich auch keine Gedanken über das Volumen der von ihm erworbenen Ware. Der Besitz steht hier eigentlich immer im Vordergrund und der Lesestapel auf dem Bettkästchen wird in Sinuskurven um einen Wert herumschwingen, der bestenfalls als einsturzgefährdet oder monumental bezeichnet werden kann. Auf der anderen Seite stehen die Leser, denen das Lesen im Vordergrund steht. Der anschließende Besitz ist nicht unbedingt verpflichtend, wenn auch in besonderen Fällen durchaus erwünscht. Lesefutter dieser Art kann man sich heute natürlich auch in Form von ebooks zu Gemüte führen oder klassischer in der Bücherei oder eben – wie bei uns – via Kauf und Verkauf in unserem Antiquariat. Auf den ersten Blick wirkt der Verlusst zwischen Neukauf und Verkauf deutlich höher, als eine Leihgebühr, muss es aber nicht sein und darf es manchmal auch… Der Unterschied liegt hier wieder im Detail. Wenn ein Kunde brandheiße, aktuelle Titel sehr schnell und vor allem in wirklich gutem Zustand verkauft, bekommt er für diesen Einsatz auch wieder einen ganzen Batzen seiner nächsten Charge. Eine gute Behandlung der gelesenen Bücher machen in diesem Fall eigentlich alles aus und wir haben mittlerweile etliche Schnellleser, die vor allem gerne viele neue Titel kaufen und diese Möglichkeit nutzen. Für Kunden, denen der Zustand der Bücher egal ist und die nicht unbedingt das Neueste vom Neuen haben müssen gibt es eine Riesenauswahl ab 50 Cent. Dass wir für solche Artikel natürlich auch wenig zahlen, sollte jedem klar sein. Aber mal im Ernst. Bei Büchern aus der 50 Cent Kiste, lohnt sich das Zurückbringen fast nicht und für euch ist die Kiste eine wirklich sinnvolle Alternative zu 1 Cent Büchern im Netz – mit drei Euro Versandkosten – pro Buch…

SpieleDer Laden und die Spiele

Platz und Raum ist für uns leider in ähnlichem Maße Mangelware, wie teilweise bei euch zu Hause. Obwohl wir seit Jahren planen (Bernie hat mit gerade mal wieder versprochen, dass es nächsten Frühjahr definitiv soweit ist 🙂 ) den hinteren Lagerraum umzubauen um ihn teilweise auch als Spielfläche nutzen zu können, krankt der ganze Plan bisher an der unendlichen Flut von Ware in unserem Laden. Für Veranstaltungen haben wir unsere Plätzchen (siehe auch den letzten Artikel) und immer mal wieder hatten wir auch schon Demorunden und kleine Turnierchen im Laden. Viele Spiele kann ich euch schnell mal erklären, wenn Zeit dazu da ist und für "schwierigere Fälle" könnt ihr eigentlich immer einen Termin mit mir machen oder zu einem unserer Spieletreffen kommen. Jetzt möchten wir euch aber noch etwas anderes anbieten. Ab sofort werden wir wieder ein System reaktivieren, von dem wir uns Ende der Neunziger verabschiedet haben, nämlich dem…

Spieleverleih ausgewählter Spiele!

Hiltija hat damit angefangen, regelmäßige Tipps abzugeben und von meiner Wenigkeit wird auch ab und zu das ein oder andere Spiel angeprießen. Ab sofort verleihen wir euch diese Spiele, sofern sie lieferbar sind und ein Exemplar davon als Vorführ und Verleih-Spiel zur Verfügung steht. Die Spiele können gegen ein Pfand und eine kleine Gebühr mit nach Hause genommen und in aller Ruhe im Freundeskreis getestet werden. Die Auswahl wird natürlich im Laufe der Zeit wachsen und wenn Nachfrage besteht, werden wir auch gezielt Spiele für Euch besorgen. Fragt uns einfach, ob euer Wunsch-Spiel dabei ist.

Das Antiquariat als Bücherei

Wir haben eine ganze Reihe von "Heavy Usern" im Bereich Taschenbuch und Comic. Kunden, die wirklich viel lesen – wirklich viel – mehr als wir und oft auch schneller… Dabei gibt es mindestens zwei verschiedene Arten im Umgang mit dieser Leselust. Klar der Sammler. Der macht sich eigentlich auch keine Gedanken über das Volumen der von ihm erworbenen Ware. Der Besitz steht hier eigentlich immer im Vordergrund und der Lesestapel auf dem Bettkästchen wird in Sinuskurven um einen Wert herumschwingen,

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Ein paar Lesetipps nach dem Urlaub…

von am 9. Oktober 2013 Kommentare deaktiviert für Ein paar Lesetipps nach dem Urlaub…

…da hatte ich mal wieder Zeit zum Lesen. Richtig Zeit, deswegen sind es neben ein paar sportlichen Aktivitäten, Kultur, Faulenzen und vielen Spieleabenden auch etliche gelesene Seiten geworden.

Da wäre zunächst einmal ein reinrassiger Science Fiction Roman aus deutscher Feder. Vom Großmeister der deutschen SF: Wolfgang Jeschke ist nicht nur einer der verdienstvollsten Herausgeber deutscher SF sondern auch ein vielfach ausgezeichneter Autor. Für sein "Cusanus-Spiel" hat er sowohl den "Deutschen Science Fiction Preis", als auch den "Kurd Laßwitz Preis" in der Kategorie bester Roman des Jahres erhalten.
Sein neuester Roman "Dschiheads" ist wieder ein kleines Wunderwerk. Wolfgang Jeschke zeigt einmal mehr, dass er zu den ganz Großen des Genres gehört, auch international. Die Leichtigkeit und Vielfalt seines Erzählens führt den Leser in eine exotische Welt, die sich mit den großen Fremdweltenromanen eines Aldiss oder Foster vergleichen kann. Diese Leichtigkeit macht es dem Leser möglich immer wieder zu lachen, in einer Geschichte voller Abgründe und fanatischen Wahnsinns (ja, das Wort "Dschiheads" ist tatsächlich genau die Verballhornung, die ihr euch schon gedacht habt). Für mich hatte das Buch alles, was ein guter Science Fiction haben muss, inklusive des richtigen Mischungsverhältnisses aus Abenteuer, Realitäts-Bezug, Phantastik, kritischem Ernst und eben auch leichtem Humor. Einfach rund und gut.

Nummer zwei war dann gleich noch ein SF Roman von einem Meister, allerdings einem jüngeren. Der Autor wurde für seinen ersten Roman 2009 mit Hugo und Nebula Award ausgezeichnet. "Biokrieg" war ein genialer erster Wurf für den Amerikaner Paolo Bacigalupi. Sein Werk "Schiffsdiebe" war für den National Book Award nominiert. Vielleicht nicht ganz so "erwachsen", ist das Buch auch zuerst im Heyne Jugendlabel "Heyne fliegt" erschienen. Trotzdem ist die Welt, in die uns dieses Buch entführt nicht weniger kaputt und krank, als seine Zukunftsvision in "Biokrieg". Mit seinem aktuellen Roman "Versunkene Städte" kehrt der Autor wieder in diese Welt zurück. Von Bacigalupe sollte man einfach alles lesen! (Bei Golkonda ist mit "Der Spieler" noch ein weiterer Roman erschienen, den ich aber erst auf meinem Leseestapel liegen habe 😉 )

"Die wundersame Geschichte von September, die sich ein Schiff baute und das Feenland umsegelte" ist der dritte Titel, den ich euch nahelegen möchte und vielleicht auch mein persönlicher Favorit. Ein märchenhaftes Buch. Ein bisschen Alice im Wunderland, ein bisschen Zamonien. Irre Ideen in einer phantastischen Welt. Catherynne M. Valentes Romane waren bereits mit den "Tiptree Award", dem "Andre Norton Award" und dem "Mythopoeic Award" dekoriert, da stürmte 2011 dieser Roman die Bestsellerliste der New York Times. Catherynne M. Valente bezeichnet ihren eigenen irren Stil als Mythpunk. Wer sich verzaubern lassen möchte, sollte unbedingt die abenteuerliche Geschichte lesen, von September und ihren Gefährten, dem bibliophilen Lindwurm Ell und dem blauen Dschinn Samstag auf der Suche nach der bösen Herrscherin, der "Marquess". Ich bin begeistert!

"Lockwood & Co. – Die Seufzende Wendeltreppe" ist das neueste Jugendbuch von "Bartimäus" Autor Jonathan Stroud. Vielleicht nicht ganz so witzig und originell wie die Abenteuer des jungen Zauberlehrlings Nathanael mit dem griesgrämigen Dschinn Bartimäus, aber immer noch wirklich gut und mitreißend zu lesen. Spannend, originell, mit witzigen Charakteren. Dass Stroud sich dabei vieler Bilder bedient, die man aus anderen Romanen kennt, macht er dadurch wett, dass er die Geschichte in einer Welt spielen lässt, die zeitlich schwer einzuordnen ist, auch wenn sie fast modern wirkt. Das jugendliche Agententrio Lucy, George und Anthony Lockwood kämpft dabei als eine Art Geisterjäger gegen die Epidemie an Geistererscheinungen, die England seit Jahrzehnten fest im Griff hat. Die kleine private Agentur muss sich aber auch gegen die Intrigen und Machtkämpfe der großen anderen Agenturen durchsetzen. "Lockwood & Co" ist ein spannendes Jugendbuch mit interessanten Wendungen und witzigen Momenten. Für Jungs und Mädels ab 12 und für Erwachsene, die auch gerne mal ein Jugendbuch in die Hand nehmen. Ich hatte meinen Spaß und werde sicher weiterlesen!

"Der Mond ist nicht genug"… und die Zeit war es auch nicht 😉 deswegen habe ich dieses Buch auch nur fast im Urlaub beendet. Ein paar Seiten haben gefehlt, die waren dann aber auch schnell durch. A. Lee Martinez ist für viele unserer Kunden ein alter Bekannter. "Diner des Grauens", "Eine Hexe mit Geschmack" und viele andere humorige Phantastik-Titel stammen aus seiner Feder. Alle seine Romane sind witzig und vom Humor bestimmt, trotzdem schreibt Martinez oft sehr unterschiedlich und bewegt sich über die ganze Bandbreite der (humorigen) Phantastik. Von Fantasy über SF bis hin zu Horror. Die subjektive Wahrnehmung ist bei den meisten Lesern ein wenig unterschiedlich und so hat fast jeder einen anderen Favoriten. Deswegen stört es mich auch nicht sonderlich, dass die Woche ein Kunde gemeint hat, er habe gehört, dass der neueste Band nicht unbedingt der stärkste sein soll. Ich sehe das anders. Für mich hat "Der Mond ist nicht genug" den bisherigen Favoriten "Der automatische Detektiv" von Platz eins verdrängt. Wie das für euch aussieht, könnt ihr dann selbst entscheiden. Spass werdet ihr so oder so haben, mit dem völlig abgedrehten, skurrilen Wandschrank-Monster mit dem großen Appetit! Einfach Irre!

…da hatte ich mal wieder Zeit zum Lesen. Richtig Zeit, deswegen sind es neben ein paar sportlichen Aktivitäten, Kultur, Faulenzen und vielen Spieleabenden auch etliche gelesene Seiten geworden.

Da wäre zunächst einmal ein reinrassiger Science Fiction Roman aus deutscher Feder. Vom Großmeister der deutschen SF: Wolfgang Jeschke ist nicht nur einer der verdienstvollsten Herausgeber deutscher SF sondern auch ein vielfach ausgezeichneter Autor. Für sein "Cusanus-Spiel" hat er sowohl den "Deutschen Science Fiction Preis", als auch den "Kurd Laßwitz Preis"

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Der Omega-Faktor

von am 2. August 2013 Kommentare deaktiviert für Der Omega-Faktor

omegaDieser Beitrag ist das erste Pendant zu den Neuheitenpostings. Vielleicht wird das Ganze sogar regelmäßig – das werden wir beobachten müssen ;-).

Im Buchhandel gibt es eine Anzeigepflicht, für Artikel, die in nächster Zeit aus den jeweiligen Verlagsprogrammen genommen werden. Diese Bücher sind dann zum jeweiligen Termin vergriffen, der Ladenpreis ist aufgehoben und sie sind nicht mehr bestellbar. Manchmal gibt es Restauflagen, die dann auf Wühltischen oder in Ramschkisten landen – meistens als preisreduzierte Mängelexemplare gekennzeichnet, aber nicht verpflichtend. Diesen Vorgang nennt man modernes Antiquariat. Oft sind es reduzierte Bildbände, die dann für 2.99€ stapelweise vor den Eingängen von Buchhandlungen liegen. Der einst stolze Preis von 49,99€ überklebt.

Mit diesen Vorgängen haben wir nicht allzu viel zu tun – im Normalfall. Ab und zu betrifft dieser Mechanismus aber auch phantastische Bücher oder Comics. In diesem Fall naturgemäß häufig Serien oder Zyklen. Die Reste landen auf Krabbeltischen oder in Versandpaketen, wo sie dann jedermann für einen Appel und ein Ei erwerben kann. Soweit so gut. Nur leider sind diese Restbestände aus Zyklen nicht in einheitlichen Mengen vorhanden. Und dann wird das vermeindliche Schnäppchen schnell zur Kostenfalle. Denn wir sind nicht die Einzigen, die solche Meldungen beobachten. Der gewitzte Ebayer Booklocher und Marktplätzler beobachtet diesen Vorgang mit Argusaugen und erkennt sofort die Chance für irrsinnige Phantasiepreise seltener Exemplare.

Lange Vorrede, aber jetzt kommts: Wir geben an euch eine Last-Minute-Warnung heraus, denn die letzte Meldereihe bald vergriffener Bücher hat unser Genre leider wieder einmal hart getroffen:

Drei Zyklen werden in Zukunft nicht mehr gepflegt und es dürfte absehbar sein, dass diese Serien bald Phantasiepreise erlangen.

  1. Bei Bastei Lübbe der "Anita Blake" Zyklus von Laurell K. Hammilton
  2. Ebenfalls Bastei Lübbe, Mike Resnicks Zyklus um "Wilson Cole"
  3. Vielleicht nicht ganz so wichtig, weil die Bände auch als Taschenbücher vorliegen, wer aber seine Hardcover Ausgabe von Licia Troisis "Drachenkämpferin" und "Schattenkämpferin" vervollständigen möchte, sollte tunlichst zuschlagen.

Mit dieser Sturmwarnung möchte ich einerseits vermeiden, dass unsere Kunden in diese Falle tappen, und andererseits vielleicht verhindern, dass die Rechnung der Abzocker aufgeht. Wir versuchen den Wert eines antiquarischen Buches reell zu bestimmen und uns nicht an spekulativer Preistreiberei an vernetzten Märkten zu beteiligen. Manchmal sind wir dann halt etwas zu altmodisch und öffnen Tür und Tor für herumreisende Aufkäufer. Meine Bitte an euch ist es, diesem Problem gemeinsam zu begegnen und das Gesamtbild zu betrachten. Wenn aus einem sechsbändigen Zyklus vier Teile als Paket für zusammen 2.99€ angepriesen werden und die fehlenden zwei Bände im Netz für 200€ erjagt werden muss, ist das kein Gewinn, sondern doppelter Schaden. Ändern kann man diesen Mechanismus nur, in dem man darüber redet und die Gesamtsituation überblickt.

ps auch wenn uns Fehler passieren – ganz blöd sind wir auch nicht – und kurzfristig(!) extrem gesuchte Bücher versuchen wir im Laden für euch zu schützen und nehmen sie teilweise aus den Regalen. Also einfach immer mit uns reden, wir beissen nicht, oder nur ganz selten 😀

Dieser Beitrag ist das erste Pendant zu den Neuheitenpostings. Vielleicht wird das Ganze sogar regelmäßig – das werden wir beobachten müssen ;-).

Im Buchhandel gibt es eine Anzeigepflicht, für Artikel, die in nächster Zeit aus den jeweiligen Verlagsprogrammen genommen werden. Diese Bücher sind dann zum jeweiligen Termin vergriffen, der Ladenpreis ist aufgehoben und sie sind nicht mehr bestellbar. Manchmal gibt es Restauflagen, die dann auf Wühltischen oder in Ramschkisten landen – meistens als preisreduzierte Mängelexemplare gekennzeichnet, aber nicht verpflichtend.

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Es ist vollbracht.

von am 23. Juli 2013 Kommentare deaktiviert für Es ist vollbracht.

Zwischen all den Events muss Bernie seine Neuheitenprospekte für Comics durchforsten, die Artikel in unser System einpflegen und sich Gedanken über Bestellmengen machen. Erträgt das mit sehr viel Ruhe und Gelassenheit. Ich nicht. Das Gleiche in grün. Buchhandelsprospekte als meterhoher Stapel. Ich werd wahnsinnig. Kein Konzept, keine Trennung von Genres und zwischen allem der zersetzende Einfluss von Knuschelträumen.

Knuscheln im Weltraum und nach der Bombe ist ja jetzt nach Knuscheln mit Vampiren und Engeln auch salonfähig geworden. Es ist fast nicht mehr möglich, bestimmte Kataloge auszuschließen oder komplette Programme zu bestellen. Zwischen Krimis, Thrillern und sogar Sachbüchern verstecken sich phantastische Highlights und in den phantastischen Segmenten der Prospekte lauern Herzschmerz und Schmachtattacken.

Egal, jetzt bin ich durch. Und natürlich habe ich, wie immer auch ein paar versteckte Highlights zusammengestellt, die aus dem üblichen Rahmen herausfallen, aber sehr vielversprechend wirken. Titel, auf die ihr nicht wartet, wie auf den nächsten Band der Herren Martin oder Weber, die das aber (vielleicht) mehr verdient hätten. Hier gehts zu meinen Tops –>
Auf der anderen Seite – geteilte Freude ist doppelte Freude – möchte ich euch wieder einmal an den Ergüssen der Werbetexter teilhaben lassen. Vielleicht ist manches davon gar nicht so schlimm, aber während der Wochen, in denen ich mich durch die Kataloge kämpfe, baut sich geradezu unbändiger Groll in mir auf. Und bevor ich im Leid versinke – geteiltes Leid ist halbes Leid :D. Deswegen – und damit ihr was zum Lachen habt –  geht es hier zu meinen Flopps –>

Zwischen all den Events muss Bernie seine Neuheitenprospekte für Comics durchforsten, die Artikel in unser System einpflegen und sich Gedanken über Bestellmengen machen. Erträgt das mit sehr viel Ruhe und Gelassenheit. Ich nicht. Das Gleiche in grün. Buchhandelsprospekte als meterhoher Stapel. Ich werd wahnsinnig. Kein Konzept, keine Trennung von Genres und zwischen allem der zersetzende Einfluss von Knuschelträumen.

Knuscheln im Weltraum und nach der Bombe ist ja jetzt nach Knuscheln mit Vampiren und Engeln auch salonfähig geworden. Es ist fast nicht mehr möglich,

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Marketing-Flopps im Herbst 2013

von am 23. Juli 2013 2 Kommentare

Wenn ich meine Halbjahresbestellung mache, bin ich meistens recht gereizt. Wie bereits an und dann erwähnt, hängt diese Gemütsverfassung umgekehrt proportional mit der (unsäglichen) Qualität des Marketing im Buchhandel zusammen. Die Tops und Flopps inhaltlich folgen natürlich auch. Aber zuerst einmal möchte ich euch teilhaben lassen, an einigen ausgewählten Marketing sprüchen diverser Verlage.

Williams

Zwei Titel und dann ganz viel Hobbitze (bis zum Sticker-Album!)
Fangen wir mit Klett Cotta an. Klett Cottas Fantasy Label ist ja bekanntlicherweise "Hobbit Presse". Also nicht verwunderlich, dass bereits auf dem Cover in großen freundlichen Lettern der Hinweis prangt: "Alles zum Hobbit ab Seite 8". Stimmt, es gibt ja sonst keine Fantasy mehr. Einige andere Pralinen der Phantastischen Literatur sind mittlerweile auch verschämt in andere, ernsthaftere Bereiche verlagert worden. So wird Anthony Burgess Meisterwerk "Clockwork Orange" zu den "Modernen Klassikern" geschoben und der neue Coupland "Spieler Eins" unter das Label "Tropen"!?!? Tad Williams "Die dunklen Gassen des Himmels" hat aber den echt besten Werbeslogan, den ich mir vorstellen kann: "Tad Williams' Erfindungsgabe kennt keine Grenzen.* …ebensowenig unsere große Werbekampagne" *wobei der erste Teil als Zitat aus "Publishers Weekly" markiert ist. Da wird der Buchhändler ganz geradlinig auf das hingewiesen, worauf es ankommt. Dem dummen Konsumvieh die entsprechenden Titel einzuhämmern. So entstehen dann Stapel in Kaufhaus-Buchhandlungen und Rankings bei Big A. Lesen muss das Buch kein Buchhändler mehr, nur noch die Ware kassieren, die der Kunde selbstständig vom SB Stapel genommen hat. Schöne neue Bücherwelt. Dass dann noch die Prädikate: Bestsellerautor, Spitzentitel und Gesamtauflage 1,5 Millionen hintangehängt werden, soll wohl dafür sorgen, dass selbst der letzte Depp noch versteht, dass er dieses Buch ausreichen bestellen soll. Danke für soviel Fürsorge. Könntet ihr bitte demnächst auch noch in anderen Dingen das Denken für mich übernehmen?

Potter

Carlsen hat offensichtlich auch nicht viel Neues zu bieten.
Sonst würden sie wohl nicht für September 2013 den "neuen" Harry Potter Schuber als "…Meilenstein…" und "Breaking News: Erstmals alle 7 Bände…" bewerben. Vielleicht sollte man den Mädels und Jungs vom Carlsen Verlag mal mitteilen, dass der letzte Teil von "Harry Potter" im Herbst 2007 erschienen ist. Da beißt die Maus kein Faden ab und da wird auch keiner mehr nachkommen. Der letzte Film ist auch schon durch die Kinos und der Hype ist wohl einfach rum. So ist das heutzutage. Millionenseller spülen Geld in die Kassen, aber nachhaltig sind solche Hysterien eben nicht.
Es gibt so viele schöne Bücher, die von diversen Verlagen nicht lieferbar gehalten werden, weil sie keine Bestseller sind. Dass Harry Potter natürlich weiterhin umsatzmäßig ein wichtiger Titel für einen Verlag ist, ist schon klar, aber dem Buchhandel deswegen ein Werbekampagne unterzujubeln, als wäre es das allerneueste ist schon eher seltsam. Vielleicht sollte dieser Prospekt eher an Discounter und Kaufhäuser gehen – aber dafür ist der Preis mit schlappen 69,99 Ökken dann doch noch ein wenig hoch.

Auslese

"…in dieser düsteren Zukunft…" – "…erschreckender und überarschender dystopischer Thriller…".
Hört sich hart an – nach Testosteron, Maschinen (die sich aus der Asche des nuklearen Holocaust erheben) oder nach Kälte und beklemmender Überwachung. Viele Bilder fallen mir in diesem Zusammenhang ein. Der Titel: Auslese – Nur die Besten überleben!
"…Dich erwarten Gefahr, Liebe…"
"Joelle Charbonneau begann mit dem Schreiben, als sie noch Opernsängerin war…" steht unter dem Bild des adrett in die Kamera lächelnden, dauergewellten Mädchens. Ja, da weiß man auch gleich, was man zu erwarten hat. Nette kuschelatmosphäre in Buchform. Der Titel: Auslese – Nur die Besten überleben!
Kommt da ein Buch auf uns zu, das ich lesen kann, oder muss man der Generation H&M Kids angehören, um sowas gut zu finden. Verdammt! Ich bestells nicht. Mut zur Lücke. Sollte ich daneben liegen, sind die Werbetexter von Penhaligon schuld…

Auslese

"Rasante Action und heiße Sinnlichkeit" – "Für Leserinnen…"
"Eine meisterhafte Mischung aus Spannung, Action und Gefühl"
"Auf der Flucht vor einem Mörder findet eine Frau die große Liebe!"
"Eine unvergessliche Mischung aus spannendem Krimi, heißer Erotik und anrührender Romantik"
Tja, früher wären das alles Schlagworte für Schundromane mit Männern als Zielgruppe gewesen. Vor allem eben Schundromane, also Hefte für ein, zwei Mack am Kiosk. Irgendwann hat sich das dann in den Buchhandlungen geschlichen für zehn Euro und für Frauen. Kulturgut Buch.
Lyx hat einfach eine Dauerplatzierung in meinen Top-Flopps.

Auslese

"Eine packende Dystopie voller Romantik und großartigen Charakteren."
nicht nur grammatikalisch höchst fragwürdig, sondern auch offensichtlich aus ähnlicher Feder, wie die Texte von Penhaligon.
ergänzend kommt dann noch hinzu:
"Eine wunderbare Mischung aus Maggie Stiefvater und Ally Condie."
…da läuft das Räderwerk schneller. Aha, offensichtlich doch eine sehr junge, weibliche Zielgruppe und mal wieder der immer wieder bemühte Vergleich mit Spiegel-Bestsellern. Na wenn einem sonst nichts einfällt… Ich bin auch hier nicht überzeugt worden. Mag männliche Borniertheit sein, aber keine Verkäufe für Blanvalet in diesem Fall.

Auslese

"Star Wars ist so erfolgreich wie noch nie – mehrmals wöchentlich im Free-TV."
… und in jedem siebten Ei steckt ein kleiner Jedi!? Wollen die Werbetexter die Buchhändler jetzt mit Kinder-Rüttel-Reimen zum Stapelverkauf animieren? Aber ich sage euch, der Untergang ist nah!

"Adriana liebt Elena. Ettore liebt Elena. Elena liebt beide – und alle genießen die Lust."
…prangt auf der linken Seite des Prospektes. Der Titel lautet "Eine unvollkommene Liebe". Gut, kein Problem, muss ich ja nicht bestellen. Scheint gerade für die falsche Abteilung zu sein…
Auf der gegenüberliegenden Seite prangt ein historischer Roman. Vorsicht ist geboten in diesem Umfeld. Ein neuer Pseudonym von Iny Lorenz?
"kaum ist die Schlacht von Hastings geschlagen"…"übermächtigen Feind"…"großartiger historischer Roman"…
…hab ich irgendetwas übersehen? Ist das wieder einer dieser Kuschelhistorienschinken? Wer bitte, ist für das vollständige Aufbrechen von Reihen und Kategorien verantwortlich? Es gibt nunmal unterschiede zwischen den Geschlechtern, zwischen den Lesern unterschiedlicher Genres und zwischen den Geschmäckern. Da muss man nicht in einer Zeit, in der Kuschelzombies in Loveletter gelobt werden und Schmusedämonen ihre PIIIIIEP in die PIIIIIEP… auch noch einen (vielleicht sogar sehr guten!) erotischen Roman neben einen historischen Roman plazieren, der anscheinend einmal nicht in die Schmachtecke gehört. Das verwirrt mich nur noch mehr!

Was es übrigens auch nicht leichter macht, ist, dass die Bücher oft kaum zu unterscheiden sind, optisch. Wenn sich ein Design mal etabliert hat, dann wird es zu tode geritten. Dieses Jahr ist es schwarzweiß mit viel Weißanteil – schmutzig – und mit blutroter Schrift. Meisterlich – und so einfallsreich.

"Ein Asteroid rast auf die Erde zu"…"Im Angesicht der Apokalypse"…"als Mord entpuppt, ist Hanks Neugier geweckt: Wer macht sich kurz vor dem Ende der Welt die Mühe, jemanden umzubringen?"
What? Endzeit, Apokalypse, Plünderungen, Anarchie, Chaos – wer wundert sich da bitte über einen Toten? Und – bitte(!) – das mit dem kurz vor dem Weltuntergang und Mühe und Mord ist wirklich der dümmste Satz, den ich je in einem Teaser gelesen habe. Setzen – Note 6. Direkt gefolgt wird das Ganze noch vom Titel des Romanes: "Der letzte Polizist"

Wenn ich meine Halbjahresbestellung mache, bin ich meistens recht gereizt. Wie bereits an und dann erwähnt, hängt diese Gemütsverfassung umgekehrt proportional mit der (unsäglichen) Qualität des Marketing im Buchhandel zusammen. Die Tops und Flopps inhaltlich folgen natürlich auch. Aber zuerst einmal möchte ich euch teilhaben lassen, an einigen ausgewählten Marketing sprüchen diverser Verlage.

Zwei Titel und dann ganz viel Hobbitze (bis zum Sticker-Album!)
Fangen wir mit Klett Cotta an. Klett Cottas Fantasy Label ist ja bekanntlicherweise "Hobbit Presse".

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Bücher auf die ich mich freue – Tops im Herbst 2013

von am 23. Juli 2013 1 Kommentar

An dieser Stelle gibts mal wieder ein paar Tipps zum Halbjahresprogramm 2013/2. Dabei möchte ich gerade nicht die Titel erwähnen, auf die sich eh schon alle freuen und die die Spatzen von den Dächern pfeiffen, sondern eher auf besondere, unauffällige Bücher, die nicht gleich ins Gesicht springen oder erwartete Fortsetzungen bekannter Zyklen sind. Größtenteils jedenfalls 😉

Williams

"Sommernachtsfrauen" von Keith Donohue
Meine Erwartungshaltung ist hoch. Das erste Werk des irisch-stämmigen Amerikaners war für mich ein echtes Ausnahmewerk. "Das gestohlene Kind" war 2007 zusammen mit "Gedankenhaie" unerreichbar an der Spitze meiner persönlichen Top Ten. Seinen neuen Roman habe ich jetzt wieder gut versteckt zwischen "Wörterbuch der Liebe" und "12 unweihnachtliche Weihnachtsgeschichten"  in der "C. Bertelsmann" Vorschau gefunden. Ganz klein und verschämt steht da zu lesen, dass es sich um ein "phantastisches" Buch handelt. Ich bin echt gespannt und freu mich. Im September ist es soweit…

Williams

"Metamorphose am Rande des Himmels" von Mathias Malzieu
Es gilt fast das selbe, wie oben. Der erste Roman des Franzosen war für mich persönlich ein echter Überraschungserfolg. Vor gut einem Jahr erschien "Die Mechanik des Herzens". Ein poetischer Liebesroman zwischen Steampunk und Alice im Wunderland. Sehr romantisch aber trotzdem unglaublich schön. Von Sonja Fink mit viel Gespür in ein passendes Deutsch übertragen. Das Buch liest sich wie einer jener melancholisch träumerischen französischen Filme. Dem einen mag es zuviel sein – ich habe es genossen. Und freue mich wirklich auf den neuen Band von Mathias Malzieu. Angekündigt für August…

MrScratch

"Der raffinierte Mr. Scratch" von Michael Poore
Keine Ahnung, ob mein Gefühl mich trügt, aber ausnahmsweise haben mich die Werbetexter überzeugt. Alles, was ich zu diesem Buch lesen konnte, macht mich gespannt und vorfreudig.
"Ein unglaublich scharfsinniger, witziger und verschlagen-liebevoller Roman über den Teufel höchstpersönlich: John Scratch."
Mal sehen. Im allgemeinen trügen mich solche Gefühle selten 😉

Flavia

"Schlussakkord für einen Mord" von Alan Bradley
Der 5. Fall von Flavia de Luce. Dazu muss man eigentlich nichts mehr sagen. Außer vielleicht, dass "nomen est omen" hoffentlich nicht auf den "Schlussakkord" im Titel zutrifft… Ich würde noch etliche der in sich abgeschlossenen Bände um die kleine, naseweise Göre lesen.

MrScratch

"Die Alchemie des Bösen" von Gordon Dahlquist
Ich freue mich auf Teil drei der irren Abenteuer – auch wenn es ein bisschen schade ist, dass der kaufmännische Erfolg der Vorgänger doch eher mäßig war und deshalb die neuen Abenteuer von Celeste Temple "nur" als Taschenbuch erscheinen und uns die wunderbare Aufmachung der Erstausgaben von "Die Glasbücher der Traumfresser" und "Das Dunkelbuch" diesmal leider entgeht…

MrScratch

"Dolch und Münze II" von Daniel Hannover
Ohne Worte. Zum Glück geht es weiter mit der Serie. Ich bin sehr gespannt auf diesen zweiten Teil und freue mich wirklich, dass die Serie eine Chance bekommen hat. Unbedingt lesen…

MrScratch

"Es war einmal ein Mord" von P. J. Brackston
Der erste Fall der Privatdetektivin Gretel spielt in  Gesternstadt, Bayern, 1776. Stets knapp bei Kasse schlägt sich die übergewichtige Gretel mit mehr oder weniger einträglichen Ermittlungen durch. Gretel ist die GRETEL. Ihr erinnert euch? Brotkrumen, Hexe, Knöchelchen und Hänsel. Der ist mittlerweile dem Alkohol verfallen und muss mit durchgefüttert werden…
Der Roman ist der erste aus einer Reihe von Fällen, die Gretel bevorstehen.
Die Autorin ist Waliserin und hat bereits einige Fortsetzungen auf Lager. "ONCE UPON A CRIME" lautet der Originaltitel. Die folgenden höhren sich für mich ähnlich blumig an. "THE FROG PRINTS" "THE SORCERER’S APPENDIX" "BLOOD RED RIDING HOOD" "THE ELVES AND THE BOOKMAKER"
Ich hoffe mal, ich täusche mich nicht. Aber für mich höhrt sich das nach jeder Menge Spaß an!

MrScratch

"Sonnentaucher" von David Brin
Sonnentaucher ist eine dieser Neuauflagen, die ich mir immer wünsche. Sonnentaucher gehört zu den drei in sich abgeschlossenen Einzelromanen von David Brin, die sich mit dem Mysterium des "uplift" befassen. Der Sprung von tierischer Intelligenz zur raumfahrenden Spezies wird durch hochentwickelte Spezies gefördert. Die "upgelifteten" Kulturen sind dann schutzbefohlene ihrer Gönner. Doch was ist, wenn eine Welt diesen Sprung von selbst geschafft hat? Was, wenn es vor langer Zeit diese Möglichkeit noch nicht gegeben hat? Wer hat den Völkern, die jetzt "upliften" einst selbst diese Fähigkeiten geschenkt. Gibt es die mystische Rasse der "Progenitoren", von denen einst alles ausging? Die drei Romane "Sonnentaucher, "Sternenflut" und "Entwicklungskrieg" bilden den ersten "Uplift-Zyklus" und es wäre wünschenswert, wenn alle drei Bände wieder lieferbar wären.

An dieser Stelle gibts mal wieder ein paar Tipps zum Halbjahresprogramm 2013/2. Dabei möchte ich gerade nicht die Titel erwähnen, auf die sich eh schon alle freuen und die die Spatzen von den Dächern pfeiffen, sondern eher auf besondere, unauffällige Bücher, die nicht gleich ins Gesicht springen oder erwartete Fortsetzungen bekannter Zyklen sind. Größtenteils jedenfalls 😉

"Sommernachtsfrauen" von Keith Donohue
Meine Erwartungshaltung ist hoch. Das erste Werk des irisch-stämmigen Amerikaners war für mich ein echtes Ausnahmewerk.

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Phantastik in der Krise?

von am 31. Mai 2013 4 Kommentare

Spiel der GötterIn den letzten Jahren hat sich der Fokus der Verlage massiv verändert, vor allem der Großen. Ich habe schon öfter darüber geklagt, dass die "Belegplätze" in den Verlagsprogrammen für klassische Fantasy immer spärlicher werden. Natürlich, zählt man all die modernen Vampir-Lovestories, Engelsromane, Gestaltwandlerserien und was weiß ich alles dazu, ist der Ausstoß eher gewachsen. Ohne jetzt werten zu wollen, das ist es aber nicht, was ich unter Fantasy verstehe.  Dass sich dieses Symptom mittlerweile auch in der SF breitmacht, ist für mich fast schon ein wenig satirisch. Sei es die knallharte Endzeitheldin, die plötzlich ihre Gefühle entdeckt oder die tuffe Frachterpilotin, die ohne die Liebe des attraktiven Freibeuters nicht mehr leben will. Bitte wer soll das lesen? Ich nicht.

Dabei zeigen Bücher, wie "Der Komet" , "Corpus Delicti" oder "Das Ende der Sterne wie Big Hig sie kannte", dass es nach wie vor herausragend gute Science Fiction Romane gibt. Leider sind diese Bücher nicht unter dem SF Label erschienen und zumindest zum Teil völlig außerhalb der Verlage, die für gute SF bekannt sind. Auch im Jugendbuch tut sich wirklich was. Durch Verfilmungen wie "Hunger Games" oder in diesem Jahr "Ender" sind Themen im Jugendbuch angekommen, die einen wesentlich gehaltvolleren Inhalt vermitteln und sogar klassische Themen der Erwachsenen-Phantastik attraktiv für eine breite Rezeption machen. Im Jugendbuch scheint das mit SF und Fantasy noch zu funktionieren. "Starters" von Lissa Price, "Little Brother" von Cory Doctorow oder sogar die Neuveröffentlichung der "Ender-Reihe" von Orson Scott Card unter einem Jugendbuchlabel sprechen eine deutliche Sprache.

Warum bitte trauen sich die großen Verlage allesamt nicht mehr, ein solides Phantastik Programm aufzubauen oder in manchen Fällen einfach nur zu erhalten? Traut man den Lesern nur noch weichgespülte Unterhaltung zu oder sind die Absatzzahlen tatsächlich so unterirdisch? Da kann man natürlich auch die Frage stellen, ist das lieblose Verlagsgebaren schuld am sinkenden Absatz oder umgekehrt? Ich kann nicht oft genug auf ambitionierte kleine Verlage hinweisen, die eben genau diese Lücke füllen.

Manchmal können aber auch die Verlage nichts dafür. Manchmal steckt der Teufel im Detail und manchmal ist der Einzelne die Schwachstelle. Erkrankungen, die Autoren aus der Bahn werfen haben zum Beispiel in der letzten Zeit für die anhaltende Verzögerung des nächsten Bandes von Locke Lamora gesorgt und jetzt hat es leider auch einen der herausragenden Übersetzer für Phantastik getroffen. "Acacia" Band drei verschiebt sich deutlich nach hinten, ebenso der nächste Band von "Spiel der Götter" und "Dolch und Münze". Schade, aber so ist das manchmal. In diesem Fall hängt eben die deutsche Version mehrerer guter Zyklen an einem hervorragendem Übersetzer, Tim Straetmann. Wünschen wir ihm alles Gute und gute Besserung, auf dass er sich bald mit neuer Energie wieder ans Werk machen kann. Gute Übersetzer wachsen nicht an den Bäumen und es wäre ein großer Verlust für die ganze Szene. (Wer genaueres wissen möchte:

In den letzten Jahren hat sich der Fokus der Verlage massiv verändert, vor allem der Großen. Ich habe schon öfter darüber geklagt, dass die "Belegplätze" in den Verlagsprogrammen für klassische Fantasy immer spärlicher werden. Natürlich, zählt man all die modernen Vampir-Lovestories, Engelsromane, Gestaltwandlerserien und was weiß ich alles dazu, ist der Ausstoß eher gewachsen. Ohne jetzt werten zu wollen, das ist es aber nicht, was ich unter Fantasy verstehe.  Dass sich dieses Symptom mittlerweile auch in der SF breitmacht, ist für mich fast schon ein wenig satirisch.

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Ein Kleinod von einem Kometen

von am 23. Mai 2013 Kommentare deaktiviert für Ein Kleinod von einem Kometen

KometDas fernsichtige Instrument, welches zu Auffindung jenes erstaunlich mirakulösen Exemplares geführt hat, ist wiederum einer jener Kunden gewesen, welche sich befleißigen, mir unermüdlich über solcherlei Wunderwerke zu berichten. Mir selbst wäre dieses Juwel, im Februar diesen Jahres im Galiani erschienen, wohl kaum aufgefallen. Zu weit ist der Galiani außerhalb meiner eigenen Observation.

Hannes Stein, 1965 in München geboren, erweckt in seinem Roman "Der Komet" eine Alternativ-Welt zum Leben, die aus dem missglückten Attentat auf den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand und dessen verfrühter Abreise aus Sarajewo, hervorgeht. Die beiden Weltkriege finden nicht statt und der Lauf der Dinge ändert sich völlig.  Dieses Setting, die Charaktere und all die kleinen Details, die diese Welt mit Leben erfüllen, sind der wahre Inhalt dieses Buches. Die Handlung des Romanes ist schnell erzählt und selbst der namensgebende drohende Kometeneinschlag ist im Grunde nebensächlich.

Die absurde Geschichte wird von Hannes Stein mit großem sprachlichem Gespühr, profunder Geschichtskenntnis und elegantem Humor erzählt. Ich hatte direkt zuvor den Klassiker von Friedrich Torberg "Tante Jolesch" gelesen. Umso intensiver empfand ich jetzt bei der Lektüre von Hannes Steins "Der Komet" die Erzählsprache, in der er alle Neologismen und Anglizismen umschifft und den altbackenen Ton einer durch und durch konservatorischen Gesellschaft hervorragend trifft. Humorvoll und vielleicht ein wenig schwärmerisch – für eine Welt, die es so nicht gegeben hat.

"Der Komet" ist ein wunderbarer Alternativ-Welten Roman. Witzig, geistreich aber auch nachdenklich. Ein tolles Buch, das ich, obwohl ich es kaum aus der Hand legen konnte, langsam und genüsslich über mehrere Tage gestreckt habe. Früher wären solche Highlights von Heyne entdeckt worden und stolz unter dem Label Science Fiction vermarktet worden – heute erscheint der Roman bei einem jungen Verlag mit einer Ausrichtung, die "sich vor allem der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur, dem kulturhistorischen und erzählenden Sachbuch sowie Klassikern der Weltliteratur widmet" (Zitat Verlagsseite) – natürlich ohne das SF-Label. Schön, dass der Roman publiziert wurde und auch schön, dass das Genre ernstgenommen wird, schade aber, dass Science Fiction die eigene Lobby verloren hat und wieder einmal ein herausragendes Werk, das definitiv zu einem der klassischen Bereiche der SF zählt, ohne dieses Label auf den Markt gekommen ist.

Das fernsichtige Instrument, welches zu Auffindung jenes erstaunlich mirakulösen Exemplares geführt hat, ist wiederum einer jener Kunden gewesen, welche sich befleißigen, mir unermüdlich über solcherlei Wunderwerke zu berichten. Mir selbst wäre dieses Juwel, im Februar diesen Jahres im Galiani erschienen, wohl kaum aufgefallen. Zu weit ist der Galiani außerhalb meiner eigenen Observation.

Hannes Stein, 1965 in München geboren, erweckt in seinem Roman "Der Komet" eine Alternativ-Welt zum Leben, die aus dem missglückten Attentat auf den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand und dessen verfrühter Abreise aus Sarajewo,

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Abwege

von am 8. April 2013 Kommentare deaktiviert für Abwege

Über Ostern hatte ich außergewöhnlich viel Zeit zum lesen. deswegen konnte ich drei Bücher verschlingen. Irgendwie hat es sich so ergeben, dass ich vorher durch einige Kundengespräche auf Bücher aufmerksam geworden bin, die aus unserem Sortiment eigentlich herausfallen. Krimis und Thriller sind ja eher ein Randbereich und im Normalfall lese ich Bücher aus diesem Genre nur, wenn sie phantastische Elemente beinhalten – was ja auch oft genug der Fall ist. Eschbachs Verschwörungsthriller, Steinfests phantastische Krimiwelten oder Butchers Ermittlungen in phantastischen Parallelwelten.

QuelleDiesmal war es ein bisschen anders. Gut, das erste Buch war schon sehr phantastisch, aber eher im Sinne mystischer Religionsphantastik. Sehr abgehoben und eigentlich auch eher trashig. Trotzdem ist der "Der Dunkle Pfad Gottes" ein spannendes Buch und mit einem gewissen Augenzwinkern kann ich sagen, dass mir Richard Doetsch Material für eine halbjährige Kampagne geliefert hat. Wir spielen derzeit mit viel Begeisterung das John Sinclair Rollenspiel! Wer sich durch die Mischung aus Action, christlicher Thematik und Verschwörungsthriller nicht abgeschreckt fühlt, der kann mit diesem Buch viel Spaß haben – spannend, actionreich und rasant geschrieben. Der allgemeine Erfolg hat mittlerweile aus diesem völlig abgeschlossenen Einzelband eine ganze Serie gemacht. Bisher erschienen sind folgende Bände:

1. Der Dunkle Pfad Gottes, Bastei Lübbe 2010 (auch als Hörbuch bei Lübbe Audio)
2. Die Quelle der Seelen, Bastei Lübbe 2012
3.Der Dieb der Finsternis, Bastei Lübbe 2012
4. Die Legende der Dunkelheit, Bastei Lübbe (erscheint am 19.04.2013)

SchattenfreundinDas zweite Buch ist ein Krimi/Thriller aus deutscher Feder. "Schattenfreundin" von Christine Drews ist ein rasanter Thriller mit sehr realem Hintergrund – ganz ohne Phantastik. Auch wenn ich als bekennender "Tatort" Fan so manche Parallelen zu rasanteren Folgen der TV Serie gespürt habe, wirkt das Buch authentisch. Ich war von Anfang an mit Spannung dabei. Obwohl auf dem Klappentext verkündet wird, dass es sich um den ersten Fall des Ermittlerduos Schneidemann und Käfer handelt, spielen die polizeilichen Ermittlungen eher eine untergeordnete Rolle. Familiäre Verwicklungen, zwischenmenschliche Komplikationen und dunkle Geheimnisse aus der Vergangenheit verbinden sich hervorragend mit der abgründigen Realität einer Kindesentführung. Das Debut der Autorin wirkt zwar nicht bahnbrechend neu, bleibt aber immer spannend und ist in einem Rutsch zu lesen. Glaubwürdig, spannend und schnell zu lesen.

Schattenfreundin, Bastei Lübbe 2013

BegrabenDer Spannung wegen komme ich am Ende zu dem Buch, das für mich definitiv das Beste in dieser Krimi-Lese-Reihe ist. Mal wieder ein Buch aus Frankreich. Die französische Journalistin und Autorin Elena Sender kämpft nur wenig mit dem französischen Problem, dass sie möglichst viel hineinpacken möchte. Im Vergleich zu Ligny oder Grangé wirkt der unglaublich spannende Thriller fast geordnet. Nicht so abseitig und brutal wie Grangé aber ähnlich aufgebaut. Die etwas zurückgenommene Härte ist aber sicher kein Mangel. Dafür ist die Identifikation mit den Protagonisten wesentlich angenehmer und einfacher. Ich habe bis zur letzten Seite mitgefiebert und mir nichts sehnlicher gewünscht, als einen guten Ausgang…

Wie phantastisch der medizinische Stand in "Begraben" ist, kann ich nicht beurteilen. Es ist komplex genug, sich ein Urteil um die moralischen Implikationen zu bilden, die von der Autorin geschickt in Waage gehalten werden. Es ist nicht alles Gold was glänzt, aber auch nicht alles wertlos, was kein Gold ist…

Ein spannungsgeladener Thriller der Extraklasse mit deutlich mehr Grips als so mancher Bestseller. Mehr davon!

Begraben, Piper Verlag 2011 (auch als Hörbuch bei Osterworld Audio)

Über Ostern hatte ich außergewöhnlich viel Zeit zum lesen. deswegen konnte ich drei Bücher verschlingen. Irgendwie hat es sich so ergeben, dass ich vorher durch einige Kundengespräche auf Bücher aufmerksam geworden bin, die aus unserem Sortiment eigentlich herausfallen. Krimis und Thriller sind ja eher ein Randbereich und im Normalfall lese ich Bücher aus diesem Genre nur, wenn sie phantastische Elemente beinhalten – was ja auch oft genug der Fall ist. Eschbachs Verschwörungsthriller, Steinfests phantastische Krimiwelten oder Butchers Ermittlungen in phantastischen Parallelwelten.

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Die 7 1/2 Leben des Walter Moers

von am 19. März 2013 Kommentare deaktiviert für Die 7 1/2 Leben des Walter Moers

Titelmotiv zur Sonderausstellung
(c) Walter Moers

Ihr wisst, dass Moers mein absoluter Liebling ist. Außerdem hatte ich es bereits versprochen, dass ich darauf hinweisen werde, wenn die Ausstellung in Bad Mergentheim stattfindet. Seit Sonntag ist es soweit – mit Wasserrohrbruch und überschwemmtem Laden hatte ich aber nicht die Muße, eher darüber zu schreiben. Deswegen jetzt hier die offizielle Bekanntmachung:

Vom Kleinen Arschloch über Käpt´n Blaubär bis Zamonien

Seit Mitte der 1980er Jahre ist er mit Comics und Bildergeschichten bekannt geworden. Er entwickelte die Figur des Käpt’n Blaubär, die seither in der Sendung mit der Maus verwendet wird. Seit 1999 veröffentlicht er Romane, die auf dem phantastischen Kontinent Zamonien spielen. Er verfasste Drehbücher und kreierte den Internethit Adolf, erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Adolf-Grimme-Preis für Käpt´n Blaubärs Seemannsgarn und die Goldene Leinwand für den Kinofilm Das Kleine Arschloch: Walter Moers ist mit überbordendem Einfallsreichtum gesegnet. Diesem außergewöhnlichen Talent widmet sich die Ausstellung im Deutschordensmuseum und im Kulturforum in Bad Mergentheim.

Die Lügengeschichten des Käpt’n mit dem blauen Pelz sind ebenso legendär wie die politisch unkorrekten Verhaltensweisen des Antihelden, der das Kleine Arschloch schon im Namen trägt. Und mit der Figur Adolf, die Nazisau, bricht er dann auch noch das letzte große Tabu. Er lässt sich für seine Romane von klassischer Literatur inspirieren, von mittelalterlichen „Abenteuerromanen“, von Märchen, von Schelmenromanen und Autoren wie Gottfried Keller oder Lewis Carroll, dem Autor von Alice im Wunderland. Die Bilder zu diesem Phantasiereich geben einen tiefen Einblick in die Vorstellungskraft des doppelbegabten Künstlers und Autors und zeigen, ebenso wie seine Texte, ein großes Repertoire an kunsthistorischem wie literarischem Wissen. Über 200 Werke in Form von Zeichnungen, Skizzen, Gemälden, Skulpturen, Puppen, Filmen, darunter auch unveröffentlichte Werke wie z. B. die Charta Zamonia von 2013, stellen einen der wichtigsten Geschichtenerfinder Deutschlands in seiner medialen Breite vor.

Moers wird nicht nur museal, sondern auch im Rahmen von Inszenierungen im Museum präsentiert: z. B. sitzt Hildegunst von Mythenmetz hinter romanischen Arkaden in seiner Dichterstube. Parodien

großer Künstler wie Dürer, Rembrandt, Picasso usw. sowie Illustrationen aus Der Fönig werden in die Prunkräume des Schlosses integriert. Labor- und Küchen-Stilleben aus dem Schrecksenmeister kontrastieren mit der heilen Welt der Puppenstuben im Museum. Plastiken von Carsten Sommer nach Moers´ Figuren ergänzen dessen Zeichnungen. Erstmalig zu sehen ist ein großes, detailliertes Modell von Susanne Reichardt, das Buchhaim und das Labyrinth der Träumenden Bücher darstellt. Im Kulturforum werden vor allem die Comics Das kleine Arschloch und Der alte Sack, sowie Adolf präsentiert – auf Papier und multimedial.

Es erscheint die Ausstellungszeitung Supermoers, die Walter Moers eigens für Bad Mergentheim entworfen hat.

Ein Workshop-Programm für Kinder und Jugendliche und ein ausführliches Führungsprogramm ergänzen dieses Angebot.
Die Termine finden Sie im Kalender der Homepage des Deutschordensmuseum.

 Sonntag, 17.03.2013 bis zum Sonntag, 15.09.2013 , 10:30 bis 17:00 Uhr
Veranstaltungsort: Deutschordensmuseum und Kulturforum

Öffnungszeiten:
Dienstag – Sonntag, Feiertage 10.30 – 17.00 Uhr
Montags geschlossen, Ostermontag und Pfingstmontag geöffnet
5. Juli Museum: Einlass nur bis 15 Uhr

Quelle: Homepage des Deutschordensmuseum

Ihr wisst, dass Moers mein absoluter Liebling ist. Außerdem hatte ich es bereits versprochen, dass ich darauf hinweisen werde, wenn die Ausstellung in Bad Mergentheim stattfindet. Seit Sonntag ist es soweit – mit Wasserrohrbruch und überschwemmtem Laden hatte ich aber nicht die Muße, eher darüber zu schreiben. Deswegen jetzt hier die offizielle Bekanntmachung:

Vom Kleinen Arschloch über Käpt´n Blaubär bis Zamonien

Seit Mitte der 1980er Jahre ist er mit Comics und Bildergeschichten bekannt geworden. Er entwickelte die Figur des Käpt’n Blaubär,

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Wer nicht lesen kann muss hören

von am 26. Oktober 2012 3 Kommentare

Hörbücher sind mittlerweile sehr verbreitet. Der eine hört beim Radeln, der andere bei der Arbeit und der dritte beim Zugfahren. Hörbücher können die Zeit ohne Bücher überbrücken und manchmal können sie sogar zu einem echten Zugewinn werden. Ich selbst kann eigentlich nur während langer Autofahrten Hörbücher wirklich genießen. Dabei sind sie aber zu einem festen Bestandteil geworden. Die Auswahl fällt meistens auf einfachere "Lektüre" und oft auf Jugendbücher. Kein echter Ersatz fürs Lesen, aber eine Ergänzung und ganz selten, wenn der Vorleser wirklich gut ist, ein Zugewinn…

Mein Erstkontakt mit Hörbüchern war Harry Potter. Den hatte ich vielfach empfohlen bekommen und ich muss sagen, dass Rufus Beck den Potter sensationell liest. Beck gehört in der Gilde der Meisterleser. Kleiner Nachteil ist, dass es gegen Ende der Potterschen Reihe irgendwie Querelen zwischen dem Verlag und Herrn Beck gegeben hat, was sich nicht unbedigt auf die Qualität niedergeschlagen hat. Leider sind in den späten Teilen ein paar wenige kleine Fehlerchen, was die Zuordnung der unterschiedlichen Stimmen betrifft. Vielleicht liegt das auch daran, dass Rufus Beck, wie er von sich selbst sagt, die Bücher in einem Take und am Stück einliest. Trotzdem bekommt er von mir für seine unglaubliche Stimmvielfalt und seine wundervolle Interpretation zwei begeisterte Daumen. Meisterleser.

Durch diese erste Erfahrung motiviert, habe ich in dieser Richtung weiterexperimentiert und etliche Lesestimmen kennengelernt. Dabei waren gute Leser wie Christian Brückner (Synchronstimme Robert de Niro), Oliver Rohrbeck (Drei Fragezeichen) und auch einige Reinfälle.

Der nächste wirkliche Meisterleser, über den ich gestolpert bin, war der von mir bereits gewürdigte, leider zu früh verstorbene Dirk Bach. Seine Interpretationen Zamoniens sind derart genial, dass sie wirklich die einzigen Hörbücher sind, die ich mir bereits mehrfach angehört habe, obwohl ich die Bücher von Walter Moers schon selbst mehrfach gelesen und auch vorgelesen habe. Genie trifft auf Genie. Meisterleser der Königsklasse.

Anna Thalbachs Lesungen von Jenny May Nuyens Büchern, Andreas Fröhlichs Lesungen von Kai Meyers Büchern oder Stefan Kaminskis Version von Sergej Lukianenkos Trix Solier, sind zwar bei weitem nicht so "vielstimmig", aber immer noch wirklich empfehlenswert und echt angenehm zu hören, auch und vor allem nebenbei.

Leider gibt es immer wieder Hörbuchproduktionen, die schlecht oder anstrengend gelesen sind. Selbst bekannte Stimmen sind nicht immer ein garant für ein gutes Hörbuch. Wirklich gute Schauspieler sind nicht zwingend auch gute Leser. Synchronstimmen bekannter Schauspieler sind teils zu eindeutig vorbelegt. Zu extreme Schwankungen bei der Lautstärke machen ein Zuhören manchmal nervenaufreibend und ermüdend. Monotone, wenig artikulierte Stimmen lassen die Aufmerksamkeit schnell abschweifen und damit das Zuhören auch wieder anstrengend machen.

Mein Tipp, haltet euch an einfache Bücher, nehmt nur Lesungen von guten Vorlesern oder Meisterlesern und lasst die Finger von allem anderen. Hörbücher können schneller verstauben, als man denkt und man sollte es guten Büchern nicht antun, schlecht gehört zu werden. Mehr Tipps gibts wie immer bei uns im Laden, wobei mein Erfahrungsschatz natürlich echt beschränkt ist. Ich bin immer noch Buchhändler, nicht CD Verkäufer 😉

Hörbücher sind mittlerweile sehr verbreitet. Der eine hört beim Radeln, der andere bei der Arbeit und der dritte beim Zugfahren. Hörbücher können die Zeit ohne Bücher überbrücken und manchmal können sie sogar zu einem echten Zugewinn werden. Ich selbst kann eigentlich nur während langer Autofahrten Hörbücher wirklich genießen. Dabei sind sie aber zu einem festen Bestandteil geworden. Die Auswahl fällt meistens auf einfachere "Lektüre" und oft auf Jugendbücher. Kein echter Ersatz fürs Lesen, aber eine Ergänzung und ganz selten, wenn der Vorleser wirklich gut ist,

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Das zweite Halbjahr im Buchhandel

von am 17. Juli 2012 3 Kommentare

Fertig! Jedes halbe Jahr liegt ein meterhoher Stapel von Verlagsprospekten vor mir. Jeder einzelne Titel will begutachtet werden und wird mit Werbephrasen angepriesen. Phantastische Titel verbergen sich in allen möglichen Verlagsprogrammen. Oft wenig ersichtlich, gilt doch nach wie vor eine klare Abgrenzung von ernsthaften, anspruchsvollen Büchern zur Fantasy. Dabei sind es gerade diese Exoten, die sich oft als wirklich interessante Titel des Genres phantastische Literatur entpuppen. Im Gegenzug verschwimmt die Abgrenzung innerhalb des Genres auch immer mehr. Jugendbuch und Liebesroman sind oft von Fantasy und Science Fiction genausowenig zu unterscheiden, wie Zombieroman von Endzeit SF oder historisierender Roman von dem, was früher am Kiosk als Romanheft angeboten wurde. Das ernüchternde Ergebnis sind Schnulzen-Trilogien, in einer von Zombies verseuchten Endzeitwelt. Wer soll das lesen? Science-Fiction-Leser mit unterdrückter Kuschelseite oder romantische Manga-Teens mit Sehnsucht nach der Zombie-Apokalypse? Wahre Fantasy gibt es in diesem Jahr natürlich auch. Im Dezember wird 2012 zum Tolkien Jahr. Die langerwartete Fortsetzung des Riesenspektakels "Der Herr der Ringe kommt ins Kino"… oder so ähnlich… war es nicht eher so, dass "Der Hobbit" ein wunderschönes altmodisches Kinderbuch war?

Glaubt es mir oder glaubt es nicht, das ist harte, nervenaufreibende und frustrierende Arbeit. Manchmal muss man einfach ein bisschen mit Humor an die Sache rangehen, um nicht laut schreiend den Raum zu verlassen. Zur allgemeinen Erheiterung habe ich eine kleine Auswahl zusammengestellt. Um unserer derzeitigen Praxis gerecht zu werden, Listen zu bestimmten Themen zu erstellen, habe ich die Topps und die Flopps unter der Rubrik Tipps eingestellt. Die Topps sind Titel, auf die ich mich im nächsten Halbjahr freue. Persönlich und natürlich auch umsatzbezogen. Die Flopps sind aber auch nicht zu verachten. Bei dieser Kategorie ist es in den meisten Fällen eher die Werbephrase, die den Platz an der Spitze garantiert (die Werke selbst habe ich ja noch nicht gelesen…). Wahrhaft geniale Werbetexter. Meine tiefe Verneigung vor all diesen wohlformulieten  Sätzen, die das Niveau der Verlagshäuser so wunderschön widerspiegeln. Meine Favoriten findet ihr hier unter Topps und da unter Flopps ;-). Viel Spaß!

ps: kaum bin ich durch, stehen auch schon die ersten Titel aus den neuen Programmen im Laden. "Feder & Schwert" hat bereits die ersten beiden Artikel aus dem neuen Programm ausgeliefert. Ich freu mich! Und außerdem liegen seit heute gigantische Stapel des zehnten Bandes von George R. R. Martins "Lied von Eis und Feuer" bei uns im Laden. Erstverkaufstag ist der nächste Montag, 23.07. Wenn ihr euch die Zeit bis dahin überbrücken wollt, kann ich euch den dritten Teil der "Götterkriege" von Richard Schwartz empfehlen, der ist seit gestern im Verkauf.

Fertig! Jedes halbe Jahr liegt ein meterhoher Stapel von Verlagsprospekten vor mir. Jeder einzelne Titel will begutachtet werden und wird mit Werbephrasen angepriesen. Phantastische Titel verbergen sich in allen möglichen Verlagsprogrammen. Oft wenig ersichtlich, gilt doch nach wie vor eine klare Abgrenzung von ernsthaften, anspruchsvollen Büchern zur Fantasy. Dabei sind es gerade diese Exoten, die sich oft als wirklich interessante Titel des Genres phantastische Literatur entpuppen. Im Gegenzug verschwimmt die Abgrenzung innerhalb des Genres auch immer mehr. Jugendbuch und Liebesroman sind oft von Fantasy und Science Fiction genausowenig zu unterscheiden,

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Topps im Buchhandel 2.Halbjahr 2012

von am 10. Juli 2012 Kommentare deaktiviert für Topps im Buchhandel 2.Halbjahr 2012

Sehr geil, hoffentlich lassen die Leute von Random House die Serie nicht gleich wieder auslaufen.
Blanvalet April 2013
Der krönende Abschluss der mehrfach preisgekrönten Trilogie.
"Mehr kann man sich gar nicht wünschen." Patrick Rothfuss
David Anthony Durham – Acacia 3 Reiche Ernte
Dariel Akkaran, der jüngere Bruder der mächtigen Königin von Acacia, hält sich noch immer in den Fernen Landen auf, um dort endlich ein uraltes Unrecht aus der Welt zu schaffen: die seit Generationen währende Verschleppung von Kindersklaven aus Acacia als Tribut an die Fernen Lande. Dariels Schwester Mena reist derweil in den fernen Norden, um sich einer Invasion durch die gefürchteten Auldek in den Weg zu stellen. Vom Erfolg ihrer beider Missionen hängt das Schicksal der ganzen Welt ab.

Tatsächlich noch nie auf deutsch. Auf einen neuen Gemmel post mortem kann man sich in jedem Fall freuen!
Blanvalet April 2013
Kein Leser von Patrick Rothfuss kommt an David Gemmel vorbei.
Ser internationale Bestseller – erstmals auf Deutsch.
David Gemmell – Der Weg des Helden
Talaban ist einer der letzten des Volkes der Avatare, und die Macht, die es einst besaß, schwindet. Doch jetzt fällt die grausame Armee der Kristallkönigin über die Welt her. Talaban glaubt, nur er und seine Freunde seien in der Lage, sie aufzuhalten. Aber dann lernt er das Bauernmädchen Sofarita kennen und ahnt, dass er nun die Geburt einer Legende miterlebt. Talaban beschließt, die junge Frau zu beschützen, zu leiten und – wenn es so weit ist – für sie zu sterben …

Ich liebe Foster.. und das hört sich sehr interessant an…
Bastei Lübbe (Dezember 2012)
Auftakt einer Trilogie: ein neuer, visionärer SF-Roman vom Bestsellerautor
Alan Dean Foster – Genom
Whispr und Jiminy sind Gauner – und Melds: Menschen, die körperlich oder genetisch "verbessert" wurden. Sie überfallen einen Mann, um an seine künstliche Hand zu kommen und stehlen dabei eine Silberkette. Diese scheint wertvoller zu sein, als sie dachten, denn bald werden sie erbarmungslos gejagt.

Wenn auch immer ein bisschen zu weitschweifig, Weber schreibt bestes Lesefutter. Wird sofort weggelesen…
Bastei Lübbe (Januar 2013)
Platz 1 auf der HC-Bestsellerliste des Wall Street Journal!
"Hochgradige Empfehlung!" SFRevu.com
Für alle Fans von Jack Campbell und Peter F. Hamilton
David Weber – Nimue Alban, Der Verrat
Nimue Albans Geist wurde in den Körper eines Cyborgs verpflanzt. Das war lange bevor die Menschen vor einer außerirdischen Spezies fliehen mussten, um der Auslöschung zu entgehen. Die Menschheit begann ein neues Leben auf einer fernen Welt. Doch sie lebt in einer Diktatur. Und Nimue Alban wurde wieder zum Leben erweckt, um das zu ändern …

Ganz besondere Freude über diese deutsche Erstveröffentlichung. Leider wie auch bei Gemmel post mortem…
Feder & Schwert (Oktober 2012)
Kage Baker – Das Haus des Hirsches
Ehe die Reiter in ihr abgelegenes Dorf kamen, lebten die Yendri ein beschauliches und friedvolles Leben. Als die Eroberer über sie kamen und sie versklavten, entkamen nur wenige Dorfbewohner in die Wälder. Doch Rebellion war nicht der Weg der Yendri; sie versteckten sich oder leisteten passiven Widerstand und fanden dabei Trost in den Prophezeiungen ihrer spirituellen Führer. Nur einer ist wütend genug, um zurückzuschlagen – Gard das Findelkind, seines Zeichens Halbdämon, lässt sich auf einen Ein-Mann-Guerrillakrieg mit den Reitern ein. Doch sein Kampf endet im Verlust der Menschen, die er liebt und der Verdammung durch seine eigenen Leute. Als Ausgestoßener wird Gard von mächtigen Magiern, die in einem unterirdischen Königreich regieren, versklavt. Verbitterter, aber auch weiser findet er subtilere Wege, um seine Freiheit zu erlangen. Dies ist die Geschichte seines Aufstiegs, seiner Rache, seiner ungewöhnlichen Befreiung und seines Heranreifens zu einem liebevollen Vater – und Befehlshaber einer Dämonenarmee.

Auch wenn der zweite Band nicht ganz so stark war, ich freu mich aufs Finale!
Piper (10.Dezember 2012)
Der Abschluss der berühmten "Magister"-Trilogie der US-Starautorin
"So muss starke Fantasy sein!" booksection.de
Celia Friedmann – Die Seelenkriegerin
Der Kampf gegen die Seelenfresser erreicht seinen spannenden Höhe punkt: Die Hexenkönigin Siderea Aminestas ist entschlossen, sich mithilfe der Ungeheuer an der ganzen Menschheit zu rächen. Während sich der Büßermönch Salvator von den Magistern und ihrer parasitären Zauberei abwendet, um seinem eigenen Glauben zu folgen, bereitet sich Kamala auf die letzte Schlacht vor. Als einzige Frau unter den Magistern ist sie todesmutig genug, um den Seelenfressern entgegen zu treten. Doch dazu muss sie sich mit Colivar verbünden, der selbst dunkle Geheimnisse hütet. Werden die Seelenfresser über die Menschheit herfallen, oder kann Kamala mit ihren Verbündeten in dieser Schlacht doch noch den Sieg erringen?

Ein Einzelband – neue Welt, neue Charaktere. Ich bin gespannt!
Piper (08.Oktober 2012)
Vom Autor der erfolgreichen Reihe um "Das Geheimnis von Askir"
Deutsche Gesamtauflage Richard Schwartz:; über 200.000
"Richard Schwartz lässt die Konkurrenz weit hinter sich!" Carsten Kuhr, phantastik-couch.de
Richard Schwartz – Der Falke von Aryn
Richard Schwartz gehört längst zur obersten Liga der deutschen Fantasy-Autoren. Mit seinem neuen Roman entführt er seine Leser in die düstere Stadt Aryn, in der ein verhängnisvolles Verbrechen verübt wurde und sich zwei neue Helden ihrer größten Herausforderung stellen müssen … Ein dunkler Schatten liegt über der Stadt Aryn: Der sagen umwobene Falke, ein mächtiges Artefakt der Göttin Isaeth, wurde gestohlen – und damit das empfindliche Gleichgewicht zwischen Macht, Intrige und Verrat ins Wanken gebracht. Die Soldatin Lorentha wird nun in die kaiserliche Enklave entsandt, um den Falken mit allen Mitteln zurückzugewinnen. Doch sie ist nicht die Einzige, die nach dem wertvollen Artefakt sucht: Der Magier Lord Raphanael wird Lorentha gegen ihren Willen als Beobachter zugeteilt – und sorgt mit seiner leichtfertigen Art dafür, dass die disziplinierte Soldatin vor ihrer größten Prüfung steht. Werden sie sich in den dunklen Gassen Aryns behaupten oder mit dem Falken untergehen?

Wow! "Der Psycho" die Zweite! Auch hier bin ich gespannt wie ein Flitzebogen…
Um zu wahrer Größe zu gelangen, muss man über Leichen gehen…
Die packende Fortsetzung von Prinz der Dunkelheit
Lawrence, Mark – König der Dunkelheit
Nach dem gewaltsamen Tod seiner Mutter und seines Bruders hatte Prinz Jorg von Ankrath blutige Rache geschworen. Nun ist er König, doch der Krieg ist für ihn noch lange nicht zu Ende, denn eine gewaltige Armee marschiert auf sein Reich zu – angeführt von einem scheinbar unbesiegbaren Krieger. Jeder gute König wäre wohlberaten, die Waffen zu strecken und das Knie vor diesem Krieger zu beugen, und sei es nur, um das Leben des eigenen Volkes zu schützen. Doch Jorg ist kein guter König …

Sehr geil, hoffentlich lassen die Leute von Random House die Serie nicht gleich wieder auslaufen.
Blanvalet April 2013
Der krönende Abschluss der mehrfach preisgekrönten Trilogie.
"Mehr kann man sich gar nicht wünschen." Patrick Rothfuss
David Anthony Durham – Acacia 3 Reiche Ernte
Dariel Akkaran, der jüngere Bruder der mächtigen Königin von Acacia, hält sich noch immer in den Fernen Landen auf, um dort endlich ein uraltes Unrecht aus der Welt zu schaffen: die seit Generationen währende Verschleppung von Kindersklaven aus Acacia als Tribut an die Fernen Lande.

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Das Tal

von am 11. Juni 2012 Kommentare deaktiviert für Das Tal

Obwohl wir in Würzburg eine rege Gemeinschaft der Locals haben, mit regelmäßigen Treffen und einer engen Vernetzung, die auch immer wieder zu interessanten Aktionen und Events führt, sind wir natürlich weit von einem Vollständigkeits-Anspruch entfernt. Erst am Samstag hatte ich wieder ein sehr nettes Gespräch mit einer regionalen Autorin, Christina Fischer, die es bisher nicht zu unseren Treffen geschafft hat, aber bereits etliche Romane geschrieben hat und jetzt auch vor ihrer Erstveröffentlichung steht. Dazu aber später mehr, wenn der Veröffentlichungs-Termin fix ist.

Manchmal hat man auch Tomaten auf den Augen und nimmt AutorInnen nicht als Locals wahr. Seit Mai 2010 verfolge ich eine Serie mit Spannung. Ausnahmsweise als Hörbuch und nicht als Printmedium. Der Aufbau und die Erzählweise haben mich von Anfang an mehr zu diesem Medium tendieren lassen. Sensationell gelesen von der unverkennbaren Synchronstimme von Demi Moore, Franziska Pigulla, ist die Serie schon in der Betitelung (Season One, Season Two…) an TV Serien angelehnt. Das ganze schwebt irgendwo zwischen Internats-Jugendbuch, Jean-Christophe Grangés "Die Purpurnen Flüsse" und Lost, ist anhaltend spannend und unglaublich verzwickt und vielschichtig. "Das Tal" von Krystyna Kuhn eröffnet in kleinen, spannenden Dosen nach und nach menschliche Abgründe, Geheimnisse aus mystischer Vergangenheit und comichafte Science-Fiction Aspekte à la "Lost". Bis jetzt, wir befinden uns im Moment in der zweiten Staffel, ist die Spannung ungebrochen und noch ist alles stimmig und furchteinflößend. Vorausgesetzt, es gibt keinen deutlichen Abfall (ich sage nur "Lost", letzte Staffel oder die mittlerweile abgeflachte und fast eingeschlafene Hörspielproduktion "Gabriel Burns"), verspricht das Ganze wirklich ein Brecher zu werden.

Langer Rede kurzer Sinn: Seit über zwei Jahren verfolge ich die Serie mit Spannung und Gänsehaut und gestern hab ich festgestellt (ja, Tomaten auf den Augen!), dass Frau Kuhn gebürtige Würzburgerin ist, in Würzburg studiert hat und heute wieder in der Nähe von Würzburg lebt. Die mehrfach ausgezeichnete Autorin ist auf jeden Fall ein Local Hero und die Serie "Das Tal" ein echter Tipp von mir!

Obwohl wir in Würzburg eine rege Gemeinschaft der Locals haben, mit regelmäßigen Treffen und einer engen Vernetzung, die auch immer wieder zu interessanten Aktionen und Events führt, sind wir natürlich weit von einem Vollständigkeits-Anspruch entfernt. Erst am Samstag hatte ich wieder ein sehr nettes Gespräch mit einer regionalen Autorin, Christina Fischer, die es bisher nicht zu unseren Treffen geschafft hat, aber bereits etliche Romane geschrieben hat und jetzt auch vor ihrer Erstveröffentlichung steht. Dazu aber später mehr, wenn der Veröffentlichungs-Termin fix ist.

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Die feine Nase der Lilli Steinbeck

von am 3. Dezember 2011 1 Kommentar

Als kleinen Tipp für die Weihnachtstage, an denen einige von euch vielleicht ein bisschen mehr Zeit und Ruhe haben, als über das Jahr, möchte ich euch zwei wunderbare Bücher von Heinrich Steinfest ans Herz legen. Vor einiger Zeit hatte ich über seinen SF-Roman "Gewitter über Pluto" geschrieben. Ich hatte damals geschrieben, dass man Steinfest seine Nähe zur Phantastik eindeutig anmerkt, auch wenn dieser Roman sein (bis dato) einziger eindeutiger Science Fiction Roman war.

In den beiden Bände um Lilli Steinbeck, zeigt sich dieses Element wieder sehr deutlich, auch wenn es sich sicher nicht um Fantasy oder SF im eigentlichen Sinne handelt. "Die feine Nase der Lilli" stammt bereits aus dem Jahr 2006. Ein unglaubliches, fantastisches Buch, dass mir sehr viel Spaß bereitet hat. Schräge Charaktere, stille Momente und irrwitzige Szenarien in einer Art Thriller-Krimi Mix, mit den unvergleichlich geistreichen und witzigen Dialogen des offensichtlichen "Fanboys" Heinrich Steinfest.

In diesem Jahr ist jetzt mit "Die Haischwimmerin" die Fortsetzung dieser Wahnsinns Geschichte erschienen. Steinbeck schickt den Leser auf eine irrsinnige Reise durch eine Welt der Wunder. Durch die Hintertür entschlüsselt er dabei den Epilog des ersten Bandes, der den Leser mit einem völlig überstürzt und skizzenhaft geschilderten Klischee-Ende verwirrt hat. In "Die Haischwimmerin" schließt Steinfest den Kreis und unterhält uns mit einer fesselnden Reiseerzählung. Alle Protagonisten und auch die Nebencharaktere sind auf der Suche. Und diese Suche verläuft in einem Gewirr verschlungener Stränge, die Steinfest am Ende seiner Geschichte kunstvoll verknüpft.

Steinfest lesen ist niemals linear und immer unterhaltsam. Er verwöhnt den Leser stets mit seiner ausgewählt schönen Sprache und seinen genialen Dialogen. Irre Geschichte, abgedrehte Charaktere, unvorhersehbare Twists und genug fantastischer Einschlag, um die Romane auf unserer Seite und im Laden zu empfehlen. Deshalb mein Tipp für Weihnachten: Steinfest kaufen, zurücklehnen, entspannen, genießen. Ein (Stein)fest für die Feiertage!

Lilli Steinbeck

Heinrich Steinfest

Piper € 9,95 bzw Teil 2 im Hardcover € 19,99

Als kleinen Tipp für die Weihnachtstage, an denen einige von euch vielleicht ein bisschen mehr Zeit und Ruhe haben, als über das Jahr, möchte ich euch zwei wunderbare Bücher von Heinrich Steinfest ans Herz legen. Vor einiger Zeit hatte ich über seinen SF-Roman "Gewitter über Pluto" geschrieben. Ich hatte damals geschrieben, dass man Steinfest seine Nähe zur Phantastik eindeutig anmerkt, auch wenn dieser Roman sein (bis dato) einziger eindeutiger Science Fiction Roman war.

In den beiden Bände um Lilli Steinbeck,

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Das Labyrinth der Geteilten Bücher

von am 18. Oktober 2011 Kommentare deaktiviert für Das Labyrinth der Geteilten Bücher

Walter Moers ist einfach der Größte. Sein "Labyrinth der Träumenden Bücher" spielt wieder einmal auf perfide Weise mit der Mythenmetzschen Interaktion Autor – Leser. Im Grunde ist das Buch nicht nur das Vehikel der Geschichte, in welcher selbstverständlich in genialer Manier unzählige kleine Anspielungen und Verbindungen zu aktuellen und historischen Themen der Literatur und im Besonderen zu literarischen Adaptionen und multimedialem Crossmarketing eingewoben sind, sondern es ist selbst noch eine Parabel auf aktuelle Diskussionsthemen im Bereich Publikationen, besonders der Übersetzungen phantastischer Romane ins Deutsche.

Gerade eben, brandaktuell, befasst sich ein Artikel in der Ausgabe 44 des Magazins Phantastisch! mit diesem Thema (Christian Endres: Phantastisch! im Dialog – Geteilte Bücher, geteilte Freud?). Walter Moers spielt mit diesem Thema und damit auch mit den Gefühlen des Lesers. Es tut mir fast schon leid, dass ich an dieser Stelle die Warnung ausspreche, weil gerade die Warnung einen Teil der Wirkung dieses Stilmittels nimmt, dennoch möchte ich euch, die ihr unseren Blog lest, ein bisschen die Frustration nehmen, die damit verbunden ist, gegen Ende des Buches die Anzahl der Seiten schwinden zu sehen, ohne dass die Geschichte wirklich begonnen hat. Erst im Nachwort schreibt Walter Moers, der ja als Übersetzer der Mythenmetzschen Werke aus dem Zamonischen auftritt (welch genialer Streich, gerade in diesem Zusammenhang) dass es ihm leid tue, das Buch geteilt haben zu müssen. Moers schafft durch diesen Kunstgriff genau die Situation, die bei allen Diskussionen zum Thema geteilte Bücher als Quintessenz übrig bleibt. Man kann dieses Prozedere verteidigen oder angreifen. Es gibt für beide Seiten ausreichend Argumente. Was jedoch zweifelsfrei nur als Unart gesehen werden kann, ist die bewusste Desinformation seitens der Verlage. Bücher werden nicht mehr als Teile beworben, weder als Teile einer Trilogie oder eines Zyklus, noch – und schon gar nicht – als Teile eines Buches, im Zuge der Übersetzung aufgeteilt. Moers lässt den Leser ins offene Messer rennen. Kein Wort in der Bewerbung, kein Wort auf dem Umschlag, noch nicht einmal ein Vorwort. Lediglich ein, unauffällig in die dunklen Illustrationen der letzten Seiten eingebautes Nachwort, das fast nicht wahrgenommen wird. Ich hoffe, Walter Moers kann mir meine Anmaßung verzeihen, aber ich denke, dass diese Information vor allzuviel Frustration schützt und dennoch die Wirkung dieses Kunstgriffs nicht schmälert.

Genießt das "Labyrinth der Träumenden Bücher", lasst euch in die wunderbare Welt Zamoniens entführen und grollt nicht. Freut euch einfach auf den zweiten Teil und vertreibt euch die Zeit dahin mit Träumen und Lesen.

Das Labyrinth der Träumenden Bücher

Walter Moers

Knaus € 24,99

Walter Moers ist einfach der Größte. Sein "Labyrinth der Träumenden Bücher" spielt wieder einmal auf perfide Weise mit der Mythenmetzschen Interaktion Autor – Leser. Im Grunde ist das Buch nicht nur das Vehikel der Geschichte, in welcher selbstverständlich in genialer Manier unzählige kleine Anspielungen und Verbindungen zu aktuellen und historischen Themen der Literatur und im Besonderen zu literarischen Adaptionen und multimedialem Crossmarketing eingewoben sind, sondern es ist selbst noch eine Parabel auf aktuelle Diskussionsthemen im Bereich Publikationen, besonders der Übersetzungen phantastischer Romane ins Deutsche.

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Eddie M. Angerhuber – Die darbenden Schatten

von am 17. September 2011 2 Kommentare

Eddie M. Angerhuber ist kein Mann. Ich erwähne das nur, weil viele unter Euch vermutlich noch nicht von ihr gehört haben. Die 1965 in München geborene Monika Angerhuber nennt sich dem Vernehmen nach „Eddie“, weil sie ein großer Fan von Edgar Allan Poe ist. Sie gibt nur wenig von sich Preis. Nicht mal bei Wikipedia gibt es einen Eintrag über sie. Und auch auf ihrer Website geht es eher still zu. Ähnlich verhalten sieht es mit neuen Veröffentlichungen aus. Wie Thomas Ligotti, den sie auch ins Deutsche übertragen hat, ist sie keine Massenschreiberin. Dennoch, vielleicht gerade deswegen, ist sie eine der interessantesten Autorinnen der deutschen Phantastik.

Im Juli erschien im Atlantis Verlag die Sammlung „Die darbenden Schatten“. Neben der Titelgeschichte, die hier zum ersten mal veröffentlicht wird, werden neunzehn Erzählungen präsentiert, die schon länger nicht mehr verfügbar sind. Darunter sechs Geschichten aus der Anthologie „Die verborgene Kammer“, die 1998 in der unter Horror- und Phantastikfans legendären „Edition Metzengerstein“ erschienen ist. Wobei nur drei hiervon ihre Erstveröffentlichung in der EdMetz erlebten. Die genauen Daten der ursprünglichen Veröffentlichungen sind für alle Stastikfreunde im Inhaltsverzeichnis angegeben.

Ich wurde vor etwa einem Jahr auf Angerhuber aufmerksam. Verantwortlich hierfür ist ein Zitat Uwe Voehls in dem er Eddie mit Thomas Ligotti vergleicht. Den Amerikaner wiederum zähle ich zu meinen erklärten Lieblingsautoren. Mit Edgar Poe begann im zarten Alter von 14 Jahren meine Reise in die Welt der unheimlichen Literatur (mit einer Sammlung, die ich in unser aller Lieblings-Romanboutique erworben habe). Eddie M. Angerhuber war also Pflichtlektüre und die Messlatte lag entsprechend hoch. Mit angesprochener Sammlung aus der „Edition Metzengerstein“, die ein gesuchtes Sammlerobjekt ist, habe ich mich erstmals in die literarische Welt der Monika Angerhuber begeben.

Rückblickend ist festzustellen, dass „Die verborgene Kammer“ nicht vollumfänglich zu überzeugen wusste. Nun ist diese Sammlung keinesfalls schlecht und ich bin weit davon entfernt, diese doch recht teure Anschaffung zu bereuen. Keine der dort enthaltenen Stories war abgrundtief miserabel. Dennoch hat einigen die besondere Note, die nötige Überzeugungskraft gefehlt. Jedoch enthält „Die verborgene Kammer“ auch solche Geschichten, die nicht nur über diese besondere Note verfügen sondern auch so überzeugend waren, dass die vorliegende Sammlung zu den Büchern gehört, denen ich 2011 seit der ersten Ankündigung am meisten entgegenfieberte. Ob "Die darbenden Schatten" diese Erwartungen erfüllen konnte?

"Masken sind wir alle. Und manchmal, wenn die Maske abgenommen wird, befindet sich nichts dahinter.“

Dies Zitat, der Titelstory des Bandes entnommen, gibt einen ersten Einblick in die Welt der Monika Angerhuber. Eines der vorherrschenden Themen in Eddies Schaffen ist die Furcht vor zunehmender Entmenschlichung. Einer Entmenschlichung durch die Masken die wir alle mehr oder weniger oft tragen. Sei es durch zunehmende Industriealisierung, durch unpersönliche Verhältnisse zueinander, durch mangelndes Interesse an unseren Mitmenschen… Doch ist es nicht ausschließlich Furcht die aus Angerhuber spricht. Sie verweigert sich diesem Weg. Fast sogar warnt sie davor. Wie Boris Koch in seinem Nachwort treffend feststellt: „Sie ist diejenige, die auf die Maschine deutet und sagt: >Das ist falsch!<“

Ohne zu predigen, ohne den Zeigefinger zu erheben, weist die Wahl-Berlinerin uns auf diese Missstände hin. Doch sie lügt uns nicht an. Die Sonderlinge und Außenseiter in ihren Geschichten erleben kein Happy End. Doch gerade das macht den großen Reiz der Eddie M. Angerhuber aus. Ihre Geschichten sind düster, trist, melancholisch und grau. Dennoch befleißigt sich die Autorin eines verträumten, fast schon romantischen Schreibstils. Jedoch handelt es sich hierbei um einen Alptraum! Ein Alptraum aus Einsamkeit, Verfall, Tod und Krabbeltieren, der immer wieder in einem urbanen Umfeld auf die Protagonisten in Angerhubers Geschichten hereinbricht. Dieses Setting, die graue, unfreundliche, fast schon feindliche Stadt, macht einen Teil der Faszination von „Die darbenden Schatten“ aus. In einer ländlichen Idylle würden viele von Angerhubers Szenarien wohl nicht funktionieren.

Die Lektüre dieser Geschichtensammlung ist nicht immer einfach. Oft sind die Geschichten nur schwer verdaulich. Emotional zarter besaitete Naturen sollten die Geschichten Angerhubers maßvoll genießen. In ihren kraftvollsten Momenten sind diese Erzählungen so verstörend, dass sie Angerhuber nicht hinter Thomas Ligotti verstecken muss. Dennoch muss gesagt sein, dass dieser Vergleich nicht hundertprozentig angebracht ist. Ja, es gibt Gemeinsamkeiten. Es gibt sogar regelrechte Ligotti-Pastiches. Dennoch hat Angerhuber eine eigene und äußerst interessante Stimme. Freunde des Düsteren, des Morbiden, des Verstörenden werden an dieser Sammlung ihr schauriges Vergnügen haben. Ebenso Fans von Thomas Ligotti, keine Frage.

In der bekannten Qualität präsentiert Herausgeber Guido Latz diesen Leckerbissen der unheimlichen Phantastik, der Neben dem bereits erwähnten Nachwort von Boris Koch durch zwei Vorworte abgerundet wird. Eines von Uwe Voehl, ein zweites von Eddie M. Angerhuber höchstselbst.

Die darbenden Schatten (Atlantis Verlag, 15,90 Euro) bei Comicdealer bestellen

Eddie M. Angerhuber ist kein Mann. Ich erwähne das nur, weil viele unter Euch vermutlich noch nicht von ihr gehört haben. Die 1965 in München geborene Monika Angerhuber nennt sich dem Vernehmen nach „Eddie“, weil sie ein großer Fan von Edgar Allan Poe ist. Sie gibt nur wenig von sich Preis. Nicht mal bei Wikipedia gibt es einen Eintrag über sie. Und auch auf ihrer Website geht es eher still zu. Ähnlich verhalten sieht es mit neuen Veröffentlichungen aus.

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Local Heroes: Christian Endres

von am 3. Januar 2011 1 Kommentar

Christian EndresFür den Band „Sherlock Holmes und das Uhrwerk des Todes“ erhielt Christian 2010 den Deutschen Phantastik Preis in der Kategorie „Beste Original-Anthologie“. Insofern, und da mir die Holmes-Sammlung vorzüglich gefallen hat, war meine Erwartungshaltung an "Die Zombies von Oz" natürlich entsprechend groß.

Ob der Band diesen Erwarungen gerecht werden konnte? Zunächst muss ich sagen, dass ich nie ein sonderlich großer Fan von Zombies oder eben "The Wizard of Oz" war. Letzteres ist ja das große Thema der vorliegenden Anthologie und Zombies kommen dankenswerter Weise nur selten vor. Die titelgebende und längste Erzählung eröffnet den Reigen. Es beginnt sehr westernartig, Fans der Cowboys, Outlaws und Revolverhelden dürften hier voll auf ihre Kosten kommen, bevor es Frank (dem Westernhelden) und Dorothy nach Oz verschlägt. In vielerlei Hinsicht gibt diese Geschichte auch den Grundton des Buches vor, der oft überraschend böse, fast schon zynisch ist. Das gilt besonders für den Opener, "Kein Abschied hält für ewig" (mein persönlicher Favorit) und "Hoffnung und Voodoo" die nach dieser Betrachtungsweise auch von Ambrose Bierce, Clark Ashton Smith oder Thomas Ligotti hätten stammen können (also drei meiner Lieblingsautoren). Stilistisch fährt Endres natürlich in einem vollkommen anderen Wasser als diese drei. So gibt es wie bei "Sherlock Holmes… " auch hier wieder einige Anspielungen auf andere Bereiche der Literatur. Das ist natürlich entschieden ein Vorteil, denn einen simplen Aufguss des "Uhrwerks des Todes" braucht niemand.

Die dreizehn Geschichten (vierzehn wenn man die Leseprobe aus "Sherlock Holmes… " mitzählt) erzählen keine fortlaufende Handlung. Gleichzeitig gibt es ein oder zwei Erzählungen, die man in eine bestimmte Chronologie bringen könnte, aber das legt der Autor in die Entscheidungsgewalt seiner Leser.

Gelegentlich fordert Christian Endres seinen Lesern einiges an Aufmerksamkeit ab, um wirklich jede Anspielung zu finden (mir selber entging in einer der Geschichten die WickedWitch im Onlinechat).

Wie beim Vorgänger so wird auch diese Sammlung mit einigem Bonusmaterial abgerundet. Da wären z. B. die schon erwähnte Geschichte aus "Sherlock Holmes… " (natürlich das Crossover mit "The Wizard of Oz") und ein Artikel über L. Frank Baum und Oz, der zuvor schon in "Nautilus" und "zitty" abgedruckt wurde.

Von meiner Seite erhält das Buch eine uneingeschränkte Kaufempfehlung.

Die Zombies von Oz

Christian Endres

Atlantis Verlag, 2010 Paperback € 13,90

Für den Band „Sherlock Holmes und das Uhrwerk des Todes“ erhielt Christian 2010 den Deutschen Phantastik Preis in der Kategorie „Beste Original-Anthologie“. Insofern, und da mir die Holmes-Sammlung vorzüglich gefallen hat, war meine Erwartungshaltung an "Die Zombies von Oz" natürlich entsprechend groß.

Ob der Band diesen Erwarungen gerecht werden konnte? Zunächst muss ich sagen, dass ich nie ein sonderlich großer Fan von Zombies oder eben "The Wizard of Oz" war. Letzteres ist ja das große Thema der vorliegenden Anthologie und Zombies kommen dankenswerter Weise nur selten vor.

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Die drei deutschsprachigen Romane des letzten Jahres

von am 4. Februar 2010 Kommentare deaktiviert für Die drei deutschsprachigen Romane des letzten Jahres

2009 ist passé und kein neuer Roman von Walter Moers dabei. Die Gerüchteküche brodelt, doch noch gibt es keine Fakten zu neuem Material aus Zamonien.

Von Richard Schwartz ging es zwar weiter rund um Askir, was ich aber nicht als neuen eigenständigen Roman werten möchte. Die üblichen Verdächtigen im Bereich Fantasy: Markus Heitz, Bernhard Hennen, Wolfgang Hohlbein und wie sie noch alle heißen mögen, konnten mir in diesem Jahr auch kein Buch vorlegen, das es in meinen Augen auf die ersten drei Plätze geschafft hätte. "Riemenschneider" und "Maske der Verräter" waren als Hardcover bereits erschienen, also auch nichts im Bereich historisierend, das in meinen Fokus gelangt wäre.

Meine persönlichen Kandidaten für das Siegertreppchen sind alle aus dem Bereich Science Fiction.

Über zwei davon habe ich bereits geschrieben. Andreas Eschbach mit seinem "Ein König für Deutschland" hat sich einen der Plätze sehr früh sichern können. Der zweite Kandidat kommt aus unserem Nachbarland Österreich und schreibt normalerweise Kriminalromane. Heinrich Steinfests SF-Debut "Gewitter über Pluto" hat zwar noch den ein oder anderen klassischen Anfängerfehler von Genre-Quereinsteigern, besticht aber durch seinen österreichischen Charme und durch seine erfrischend elegante und abwechslungsreiche Sprache.

Den dritten Platz auf dem Siegertreppchen hat sich erst relativ spät im Jahr ein alter Bekannter erobert. Frank Schätzing hat mit "Limit" den ersten reinrassigen SF Roman hingelegt. Anders als bei "Der Schwarm" lässt er daran von Anfang an keinen Zweifel. Die Geschichte beginnt im Jahr 2025 und der Leser hat das Gefühl, dass das heute und jetzt ist. Das politische und technologische Szenario, das Schätzing entwirft ist an Realismus nicht zu überbieten. Nicht nur, dass nahezu alle technischen Entwicklungen sinnvoll weitergedacht wurden, es drängt sich im Lesen fast auf, dass der Autor nichts mehr herbeisehnt, als die Realitätwerdung seiner eigenen Vorhersage. Wie die Jugendträume des als Randfigur auftauchenden Bowie, der in der "Picard Bar" der Weltraumstation OSS sein "Space Oddity" klampft. Spätestens ab diesem Moment war ich ein Gefangener Schätzings.

Schätzings "Limit" ist definitiv keine Empfehlung für Jedermann, dazu ist auch dieser Roman zu sehr gezeichnet durch die Selbstverliebtheit des Autors, all das angesammelte Wissen und all die Details der Recherche einfließen zu lassen. Fast 1300 Seiten Schätzing waren auch für mich ganz schön viel, und ich liebe seine geschwätzige Art. Dennoch konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen und auch die quälende, überhöhte Langsamkeit der zweiten Hälfte, der Action-Hälfte, nachdem sich die drei Handlungsstränge getroffen und verwoben haben, hat sich in meinen Augen zu einem fulminanten Höhepunkt entwickelt. Schätzing muss man mögen, um in ganz genießen zu können. Wem "Lautlos" und "Der Schwarm" bereits zu ausufernd war und wer sich in Schätzings endlosen Detailbeschreibungen nicht zu Hause fühlt, der sollte eher die Finger davon lassen.

Für mich persönlich ist er der dritte Kandidat auf dem Treppchen, auch wenn es diesmal damit extrem Science-Fiction lastig wird.

Limit
Frank Schätzing
Kiepenheuer & Witsch € 26,00

2009 ist passé und kein neuer Roman von Walter Moers dabei. Die Gerüchteküche brodelt, doch noch gibt es keine Fakten zu neuem Material aus Zamonien.

Von Richard Schwartz ging es zwar weiter rund um Askir, was ich aber nicht als neuen eigenständigen Roman werten möchte. Die üblichen Verdächtigen im Bereich Fantasy: Markus Heitz, Bernhard Hennen, Wolfgang Hohlbein und wie sie noch alle heißen mögen, konnten mir in diesem Jahr auch kein Buch vorlegen, das es in meinen Augen auf die ersten drei Plätze geschafft hätte.

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Rumo

von am 12. Oktober 2008 Kommentare deaktiviert für Rumo

Rumo und die Wunder im Dunkeln
Autor:
Moers, Walter
Verlag, Nummer:
Piper HC 4548
ISBN: 9783492045650

Rumo und die Wunder im Dunkeln ist das dritte Buch der in Zamonien spielenden, phantastischen Romane von Walter Moers.
Nachdem er uns mit „Die 13 ½ Leben des Käpt’n Blaubär“ als märchenhaftem Reise und Abenteuerroman mit den erklärungsbedürftigen Wundern, Daseinsformen und Phänomenen Zamoniens und Umgebung bekannt gemacht hat, mit „Ensel und Krete“ die lieb gewonnene Gemeinschaft der Buntbären als Polizeistaat enttarnt und uns in das Schaffen von „Hildegunst von Mythenmetz“, des größten zamonischen Dichters eingeführt hat, legt Walter Moers mit „Rumo und die Wunder im Dunkeln“ die Übersetzung des nächsten epochalen Werks des zamonischen Dichters „Hildegunst von Mythenmetz“ vor.
Inhalt:
Rumo ist ein knuddeliger, süßer, kleiner Wolpertingerwelpe und er ist allein, verängstigt und zum Sterben verurteilt.
Von einer Horde der gefürchteten Teufelszyklopen bei einem unmenschlichen Gemetzel entführt und aus seiner vertrauten Umgebung gerissen, verschleppt auf die berüchtigten Zyklopenfelsen, fristet Rumo jetzt seine Tage in der Speisekammer der Teufelszyklopen – als lebender Lebensmittelvorrat.
In der selben hoffnungslosen Lage befindet sich auch Volzotan Smeik, die Haifischmade. Er weiß um die besonderen Fähigkeiten der Wolpertinger, um ihr angeborenes Geschick im Kampf, um ihre instinktiven Killerfähigkeiten und ihre übermenschliche Schnelligkeit, die sie nahezu allen anderen Lebewesen gegenüber turmhoch überlegen macht. Smeik selbst ist ein Schreibtischtäter. Ein Theoretiker, der jedoch die Gabe hat, Situationen zu analysieren und Funktionalitäten zu erkennen, die anderen verborgen bleiben. Er sieht in Rumo seine Chance, aus der Vorratskammer der Teufelszyklopen auszubrechen. Und so beginnt die ungleiche Freundschaft zwischen Rumo und Smeik. Die Haifischmade füttert den Wolpertinger mit all dem theoretischen Wissen, all den taktischen und strategischen Kenntnissen, die diesen zu einem Meister des Kampfes machen sollen. In der Theorie. Und tatsächlich, all das fällt auf fruchtbaren Boden. Während die Beiden Mechanismen entwickelt haben, in der Vorratskammer der Zyklopen möglichst unauffällig zu wirken und somit all ihre bemitleidenswerten Schicksalsgefährten zu überleben, wird aus dem Welpen ein junger Krieger. In ihm vereint sich das Genom des Killers mit der taktischen Ausbildung eines Heerführers.
Geschmiedet in den Abgründen der Teufelsfelsen, gehärtet vom Meister der Schlachtentheorie und erprobt in blutiger Schlacht, macht Rumo sich auf, sein großes Abenteuer zu erleben, das Abenteuer des Lebens, in einer Welt voller Wunder und Gefahren, voller Hass und Liebe.
Beurteilung:
Wieder einmal ist es Walter Moers gelungen, eine neue und unerwartete Facette seiner Phantasie zu offenbaren. Abenteuer pur – an exotischen Schauplätzen. Alte Bekannte und neue Helden. Allen voran das martialische Volk der Wolpertinger auf ihrem Weg in die Freiheit. Kampfszenen werden in solch unglaublich bildreicher Sprache beschrieben, dass man sie wie in einer Dokumentation analytisch sequenziert miterlebt und unweigerlich das Gefühl hat, man befinde sich in einer „Bullet Time“ Szene aus Matrix. Fremdartige Orte erreichen eine solch plastische Dichte, dass man ihre Gerüche wahrnimmt, ihre Geräusche hört und ihre mannigfaltigen Farben sieht. Neben den mitreißenden Beschreibungen und den exotischen Schauplätzen ist es, wie immer, die liebenswerte Vertrautheit der Protagonisten, ihre großen und kleinen Kämpfe und Probleme, allesamt Parabeln auf unser alltägliches Leben oder personifizierte Aspekte unserer Persönlichkeit, die uns zum träumen bringen.
Fazit:
Nie zuvor habe ich die Abgründe der menschlichen Seele ähnlich greifbar und plastisch beschrieben gesehen. Nie zuvor war Zamonien so böse – und dabei doch so voller Wunder und Schönheit. Walter Moers führt uns mit märchenhafter Leichtigkeit durch dieses Abenteuer zwischen Jules Vernes „Reise zum Mittelpunkt der Erde“, Gottfried August Bürgers „Baron von Münchhausen“ und Joseph von Eichendorffs „Aus dem Leben eines Taugenichts“. Wer nicht nur was „zum Naschen“ will, der muss dieses Buch unbedingt lesen. Moersscher Wortwitz, fesselnde Spannung, ferne Länder, Freundschaft und wahre Liebe –
Komm mit ins Abenteuerland!
Nachtrag:
Mitlerweile ist mit „Die Stadt der träumenden Bücher“ der nächste Roman aus Zamonien erschienen, eine Ode an Bücher und ein Prunkstück von spielerischem Umgang mit Literatur. Im Oktober 2007 soll „Der Schrecksenmeister“ veröffentlicht werden.

Rumo und die Wunder im Dunkeln
Autor:
Moers, Walter
Verlag, Nummer:
Piper HC 4548
ISBN: 9783492045650

Rumo und die Wunder im Dunkeln ist das dritte Buch der in Zamonien spielenden, phantastischen Romane von Walter Moers.
Nachdem er uns mit „Die 13 ½ Leben des Käpt’n Blaubär“ als märchenhaftem Reise und Abenteuerroman mit den erklärungsbedürftigen Wundern, Daseinsformen und Phänomenen Zamoniens und Umgebung bekannt gemacht hat, mit „Ensel und Krete“ die lieb gewonnene Gemeinschaft der Buntbären als Polizeistaat enttarnt und uns in das Schaffen von „Hildegunst von Mythenmetz“,

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Die Wand

von am 12. Oktober 2008 Kommentare deaktiviert für Die Wand

Die Wand
Autor:
Haushofer, Marlen
Verlag, Nummer:
List TB 3 548 60571 0

Nachkatastrophenromane III
Auch die Wand ist gewissermaßen ein Nachkatastrophenroman. Im Stile von Mary Shellys „Verney der letzte Mensch“ oder George R. Stewarts „Leben ohne Ende“ als subjektive Erzählung. Die Beschreibung und Spezifizierung der Katastrophe an sich wird völlig ausgelassen. Nur die Gefühle und Empfindungen der Protagonistin und deren Umgang mit der Einsamkeit sind im Stile einer Robinsonade das zentrale Thema.
Inhalt:
Das Tagebuch beginnt an dem Tag, als die Ich-Erzählerin mit ihrer Kusine und deren Mann in dem kleinen Jagdhaus in den Bergen ankommt. Nach der Ankunft bleibt sie allein im Haus, während das Paar noch den Abend im nahen Dorf verbringen will. Am nächsten Morgen erwacht die Erzählerin allein, umgeben von einer unsichtbaren, unüberwindlichen Barriere, hinter der scheinbar alles in eine Totenstarre gefallen ist.
Nach und nach erkennt sie den Ernst ihrer Lage und beginnt, ihre Umgebung zu erkunden und sich einzurichten. Allein, umgeben von ein paar überlebenden Tieren und der Natur der Berge.
Beurteilung:
„Die Wand“ ist ein erschreckend beeindruckendes Werk über Einsamkeit, erzählt mit der Kraft und Intensität der Einfachheit.
Die namenlose Ich-Erzählerin erlebt ihre Robinson-Rolle als einfache Frau, groß geworden in der ersten Hälfte des 20ten Jahrhunderts. Lange vor der Frauenbewegung, lange bevor es selbstverständlich war, von Gleichstellung und Emanzipation zu sprechen.
Nicht tatkräftig, neugierig oder mit dem Mut der Verzweiflung stellt sie sich ihrer Situation, sondern ergeben und demütig. Kein Aufbegehren, kein Abenteuer nur Ergebenheit. Die eindrucksvolle Leidensgeschichte einer Frau.
Fazit:
Trotz der manchmal enervierenden Leidensbereitschaft und Schwäche der Protagonistin beeindruckt der Roman durch seine unglaublich einfühlsame und sprachgewandte Erzälweise. Nie hätte ich gedacht, dass mich ein Buch, dessen Heldin so fremd und unvorstellbar anders ist, als mein eigenes tatkräftiges und unruhiges Ego derart faszinieren könnte.

Die Wand
Autor:
Haushofer, Marlen
Verlag, Nummer:
List TB 3 548 60571 0

Nachkatastrophenromane III
Auch die Wand ist gewissermaßen ein Nachkatastrophenroman. Im Stile von Mary Shellys „Verney der letzte Mensch“ oder George R. Stewarts „Leben ohne Ende“ als subjektive Erzählung. Die Beschreibung und Spezifizierung der Katastrophe an sich wird völlig ausgelassen. Nur die Gefühle und Empfindungen der Protagonistin und deren Umgang mit der Einsamkeit sind im Stile einer Robinsonade das zentrale Thema.

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Ausgebrannt

von am 12. Oktober 2008 Kommentare deaktiviert für Ausgebrannt

Ausgebrannt
Autor:
Eschbach, Andreas
Verlag, Nummer:
Lübbe
978-3-785-72274-9

Warnung!
Die Besprechung von „Ausgebrannt“ ist für mich eine höchst zwiespältige Angelegenheit: der Autor hat die Handlung des Buches so aufgebaut, dass der Leser lange Zeit nicht ahnt, was ihn erwartet. Die Aufmachung und der Klappentext des Buches verraten aber in jedem Fall bereits so viel, dass ein unbedarftes Lesen fast unmöglich ist.
Obwohl ich mich bemüht habe, keine wichtigen Aspekte zu verraten und mich auf keinen Fall weiter als der Klappentext gewagt habe, sei dennoch gesagt, dass es sicher interessant ist, das Buch ohne jegliches Vorwissen zu lesen. Das bedeutet: Hier aufhören!
Nachkatastrophenromane I
Ausgebrannt ist die erste von drei Buchbesprechungen, die sich mit dem Genre Nachkatastrophenroman befassen.
Ausgebrannt ist zugleich das aktuellste Werk eines bereits einschlägig bekannten, deutschen Science-Fiction Autors und auch das einzige der drei besprochenen, das wirklich ganz direkten Bezug auf aktuelle Entwicklungen nimmt und das Ende der bestehenden Gesellschaft aus diesen ableitet.
Inhalt:
Der Deutsche Markus Westermann will den amerikanischen Traum leben. Vom Tellerwäscher zum Millionär und möglichst ohne Anstrengung. Aus diesem Grund hat er sich intern bei seiner Firma für ein Projekt nach Amerika beworben. Seine Vision ist es mit OPM (other peoples money) OPI (other peoples ideas) zu realisieren und so mit einer eigenen Firma ganz nach oben zu kommen. Markus kämpft auf diesem Weg mit allen Mitteln. Sein großes Ziel rückt immer näher, auch wenn es manchmal eng wird. Als er auf seiner Achterbahnfahrt durch die Finanzwelt auf den österreichischen Ölbohrtechniker Karl Walter Block trifft, scheint alles steil nach oben zu gehen. Öl in Hülle und Fülle. Durch Blocks revolutionäre Theorien scheinen alle bisherigen Prognosen Schall und Rauch. Der Traum vom schnellen Geld wird greifbar.
Doch dann bricht alles zusammen…
Beurteilung:
Wäre nicht der Titel und der leider sehr viel verratende Klappentext, wäre der Leser durch die Wendung zur Katastrophe wirklich überrascht. Andreas Eschbach schafft es, in der ersten Hälfte seines Buches eine rasante, kaleidoskopische Verkettung verschiedener Handlungsstränge anzulegen. Durch das Netz der ständig wechselnden Personen, Orte und Zeitebenen formt sich nach und nach ein immer klareres Bild der Geschehnisse. Eines nach dem anderen passen die Teile des Puzzles zueinander. Bis zur Mitte des Buches sind fast alle losen Enden der verschiedenen Handlungsstränge miteinander verknüpft. Mit der Zusammenführung der verschiedenen Handlungs- und Zeitebenen wird die Geschichte linear, und der Leser folgt Markus Westermann durch die Kulisse unserer zerfallenden Zivilisation. Der bei nahezu allen anderen Nachkatastrophenromanen stattfindende große Knall fehlt. Vielleicht ist es jedoch gerade dieser schleichende Untergang, resultierend auf bekannten Tatsachen, recherchierten Fakten und unser aller Angst vor dem Ende des Öls, der die Geschichte so beängstigend und glaubwürdig macht.
Fazit:
Spannend und mitreißend geschrieben. Das ist der Stoff für einen echten Bestseller. Gut recherchierte Unterhaltung. Ein Endzeitszenario ohne den ganz großen Schrecken. Leicht verdaulich aber dennoch hervorragend beobachtet und gekonnt gesponnen.
Dieser Eschbach kann es locker mit einem Dan Brown aufnehmen.
Und für eine Verfilmung würde sich das Buch allemal eignen.

Ausgebrannt
Autor:
Eschbach, Andreas
Verlag, Nummer:
Lübbe
978-3-785-72274-9

Warnung!
Die Besprechung von „Ausgebrannt“ ist für mich eine höchst zwiespältige Angelegenheit: der Autor hat die Handlung des Buches so aufgebaut, dass der Leser lange Zeit nicht ahnt, was ihn erwartet. Die Aufmachung und der Klappentext des Buches verraten aber in jedem Fall bereits so viel, dass ein unbedarftes Lesen fast unmöglich ist.
Obwohl ich mich bemüht habe, keine wichtigen Aspekte zu verraten und mich auf keinen Fall weiter als der Klappentext gewagt habe,

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Die Maske der Verräter

von am 12. Oktober 2008 Kommentare deaktiviert für Die Maske der Verräter

Die Maske der Verräter
Autor:
Schweikert, Ulrike
Verlag, Nummer:
C. Bertelsmann
978-3570-00936-9

Der eigentlich als Jugendbuch konzipiert historische Krimi spielt in Würzburg. Ich habe das Buch mit viel Freude gelesen und möchte behaupten, dass es ein spannender historischer Krimi ist, der genauso Erwachsene in seinen Bann zieht.
Inhalt:
Würzburg im Jahr 1453: Der Schmiede-Lehrling Jos beobachtet durch Zufall wie drei maskierte Fremde des nächtens in die Schmiede seines Meisters eindringen um eines ihrer Pferde beschlagen zu lassen. Heimlich belauscht er deren Gespräch und erfährt bruchstückhaft von einem geplanten Mordanschlag. Von diesem Tag an ist Jos mitten im großen Abenteuer seines Lebens. Mit jugendlichem Eifer versuchen er und seine Freundin Sara hinter die Geheimnisse und Verschwörungen der Maskierten zu kommen. Ein kriminalistisches Jugendabenteuer in einer Zeit politischer Umstürze und Wirren beginnt.
Beurteilung:
Gut recherchiert und mit vielen Details aus dem Historischen Würzburg angereichert ist dieser Roman von Ulrike Schweikert ein echtes Muss für Würzburger. Die ausführliche Vorarbeit und nicht zuletzt die „Schnupperlehre“ bei einem guten Bekannten von mir dem Wikinger-Schmied Keitel kleiden die spannende Handlung in ein schlüssiges authentisches Gewand. Während des Lesens streift man durch ein Würzburg des ausgehenden Mittelalters. Viel Lokalkolorit und wunderbare Details machen diesen Weg zu einem sehr reellen Erlebnis. Als Abrundung ist am Anfang des Buches die historische Karte der Stadt abgebildet. Vor diesem Hintergrund spinnt Ulrike Schweikert das spannende Garn eines politischen Krimis, das den Leser bis zum Ende mit zittern lässt.
Fazit:
Ausnahmsweise mal zwei Anglizismen als Fazit, weil sie gar so gut passen und diesem Buch viel gerechter werden, als den bekannteren Vertretern, für deren Vermarktung sie geschaffen wurden.
Ein echter All-Ager voller Spannung.
Ein Page-Turner der die Nacht zum Tage macht.

Die Maske der Verräter
Autor:
Schweikert, Ulrike
Verlag, Nummer:
C. Bertelsmann
978-3570-00936-9

Der eigentlich als Jugendbuch konzipiert historische Krimi spielt in Würzburg. Ich habe das Buch mit viel Freude gelesen und möchte behaupten, dass es ein spannender historischer Krimi ist, der genauso Erwachsene in seinen Bann zieht.
Inhalt:
Würzburg im Jahr 1453: Der Schmiede-Lehrling Jos beobachtet durch Zufall wie drei maskierte Fremde des nächtens in die Schmiede seines Meisters eindringen um eines ihrer Pferde beschlagen zu lassen.

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Nocturna

von am 12. Oktober 2008 Kommentare deaktiviert für Nocturna

Nocturna
Autor:
Nuyen, Jenny-Mai
Verlag, Nummer:
CBJ
978-3570-13337-8

Mit Nocturna hat Jenny-May Nuyen mit ihren gerade einmal neunzehn Jahren ihren dritten Fantasy Roman verfaßt. Damit ist sie wie Christopher Paolini, dem Autor von Eragon ein „Wunderkind“. Nur finde ich, sind ihre Bücher wesentlich authentischer und innovativer. Wunderbar flüssig und spannend zu lesen, mit auch für Erwachsene überraschenden tiefgründigen Helden.
Inhalt:
Nocturna, Eine Stadt der Diebe und Mörder, der Geheimgesellschaften und Spitzel. Eine Fantasystadt wie eine viktorianische Metropole.
Apolonia, das verzogene Gör aus der Upper-Class, Vampa der Junge ohne Vergangenheit, der in der Gosse lebt und Tigwid der kleine „Gangster“ aus der Unterwelt der Diebe werden vom Schicksal zusammengewürfelt. Drei Kinder aus unterschiedlichsten sozialen Schichten und mit ganz unterschiedlichen Träumen und Beweggründen müssen sich der größten Bedrohung stellen, der Nocturna je gegenübergestanden war. Einer Bedrohung von innen durch mächtige Geheimbünde und verfilzte Seilschaften, die bereits seit Jahren stetig wächst. Apolonia, deren Mutter durch die Machenschaften „der Dichter“ getötet wurde, die nur auf Rache sinnt, Vampa, dessen Erinnerungen von „den Dichtern“ gestohlen wurden und Tigwid, der wie ein Einfaltspinsel auf die Menagerie stolpert, bald in diese bald in jene Richtung getrieben, müssen ihren gemeinsamen Nenner erkennen, denn nur gemeinsam können sie das teuflische Blendwerk der mächtigen Gegner durchschauen und deren Finstere Pläne vereiteln.
Beurteilung:
Noch dichter, noch überraschender und facettenreicher sind die Charaktere in Jenny-Mays neuestem Roman. Die Tiefgründigkeit ist für mich an manchen Stellen beängstigend, vor allem wenn man sich das zarte Alter der Autorin vor Augen hält. Jenny May entlarvt die Relativität subjektiver Wahrnehmung als Grundproblem sozialer Strukturen. Die Protagonisten ihres Romans könnten, wenn sie über genügend Objektivität verfügen würden, ihre Aufgabe viel einfacher und effektiver lösen und zu einem gemeinsamen Glück finden.
Tiefe Einblicke in die Macht von Manipulation und Desinformation und unsere Bereitschaft einer Verführung zu erliegen und dem Verführer zu folgen, sind in diesen Roman auf ganz und gar unaufdringliche Art und Weise eingeflossen. Jenny May behandelt das gewichtiges Thema ohne jeden pädagogischen Zeigefinger. Ihre unschuldige Art mit der Thematik umzugehen macht zugleich die Stärke des Buches aus. Die Protagonisten sind bis ins letzte glaubwürdig und trotz aller Fehler fast schon gute Freunde, denen man über ihre Fehler hinweghelfen und ihre Scheuklappen herunterreißen möchte.
Fazit:
Nocturna ist sicherlich kein ganz großes Buch. In jedem Fall aber ein ein wirklich unterhaltsamer Jugendroman, den ich allen Freunden phantastischer Abenteuer nahelegen möchte. Ohne sich in epischer Breite zu verlieren hält die Autorin den Spannungsbogen und erzählt eine facettenreiche und schlüssige Geschichte.

Nocturna
Autor:
Nuyen, Jenny-Mai
Verlag, Nummer:
CBJ
978-3570-13337-8

Mit Nocturna hat Jenny-May Nuyen mit ihren gerade einmal neunzehn Jahren ihren dritten Fantasy Roman verfaßt. Damit ist sie wie Christopher Paolini, dem Autor von Eragon ein „Wunderkind“. Nur finde ich, sind ihre Bücher wesentlich authentischer und innovativer. Wunderbar flüssig und spannend zu lesen, mit auch für Erwachsene überraschenden tiefgründigen Helden.
Inhalt:
Nocturna, Eine Stadt der Diebe und Mörder, der Geheimgesellschaften und Spitzel.

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Seide und Schwert

von am 12. Oktober 2008 Kommentare deaktiviert für Seide und Schwert

Seide und Schwert
Das Wolkenvolk 1
Autor:
Meyer, Kai
Verlag, Nummer:
Loewe Verlag
9783785557419

„Seide und Schwert“ bildet den Auftakt zu Kai Meyers Wolkenvolk-Trilogie. Hier beginnt Niccolos wunderbare Reise durch das mythologische China von 1760.
Inhalt:
Vor Jahrhunderten hat der „Große Leonardo“ die Wolkeninsel konstruiert. Durch gewaltige Aetherpumpen wird eine Wolke stabilisiert und befindet sich als fliegende Insel seit zweihundertfünfzig Jahren in der Luft. Fast ohne Kontakt zur Außenwelt. Die gesellschaftlichen Strukturen der Insel sind starr und streng hierarchisch. Unsinnige Verbote und dogmatische Gesetze regeln das Leben der Bewohner in ihrem selbstgewählten Exil. So träumt der junge Niccolo, als Außenseiter am Rande der Gesellschaft lebend, davon, eines Tages die Insel zu verlassen und wirklichen Boden unter den Füßen zu verspüren.
Als eines Tages durch eine Fehlfunktion der Aetherpumpen die Insel abzustürzen droht und das Ende unausweichlich scheint, wird dieser Traum zur Realität. Doch anstatt, wie erträumt, alles hinter sich lassen zu können wird Niccolo zum Hoffnungsträger für sein ganzes Volk. Er macht sich am Erdboden auf die Suche nach den legendären Drachen, denn aus dem Atem dieser Geschöpfe entsteht der Aether. Zum Zeitpunkt des Beihnahe-Absturzes hat sich die Insel zwischen drei mächtigen Bergen im Reich der Mitte verkeilt. Niccolos langer Weg durch ein China zwischen Geschichte und Mythologie beginnt.
Beurteilung:
Kai Meyer erschafft mit seiner Trilogie vom Wolkenvolk eine märchenhaft phantastische Welt. Inspiriert durch die unterschiedliche Kulturen Italiens und Chinas, deren Helden und Sagen, mischt der Autor farbenfroh und die ganze Palette nutzend, eine wunderbar bunte Welt zusammen. Obwohl er sich mit seinen Beschreibungen bewusst an Filme wie „Hero“, „Tiger and Dragon“ oder „House of Flying Daggers“ anlehnt und vor allem in den Kampfsequenzen klassische Elemente der Peking Oper wie den „Federflug“ nutzt wendet er sich mit dieser Trilogie eindeutig an ein relativ junges Publikum. Trotz seiner weitschweifenden Beschreibungen und seinen wundervoll ausgearbeiteten Charakteren vergisst er dabei leider den Aspekt der Fremdheit vollkommen und streift interkulturelle Probleme nur ganz am Rande. Niccolos Reise und seine Suche nach Rettung für sein Volk wird dabei zu einer wilden Reise durch die jugendliche Gefühlswelt. Der unglaublich einfallsreiche Plot, die mannigfaltigen Ideen und die, wenn auch manchmal zu ausführlichen, Verstrickungen der Protagonisten stehen leider oft langweiligen Wiederholungen und allzu epischen Beschreibungen gegenüber.
Fazit:
Wer schnell liest und sich nicht zu sehr daran stört, dass manches doch sehr jugendlich gehalten ist, kann sich mit Niccolos Abenteuern in eine wunderbar farbenprächtige Fantasy-Welt versetzen lassen. Ich habe die Trilogie trotz meiner Kritik wirklich genossen und am Ende überragen die vielen schönen Bilder doch die manchmal etwas zähe Handlung.

Seide und Schwert
Das Wolkenvolk 1
Autor:
Meyer, Kai
Verlag, Nummer:
Loewe Verlag
9783785557419

„Seide und Schwert“ bildet den Auftakt zu Kai Meyers Wolkenvolk-Trilogie. Hier beginnt Niccolos wunderbare Reise durch das mythologische China von 1760.
Inhalt:
Vor Jahrhunderten hat der „Große Leonardo“ die Wolkeninsel konstruiert. Durch gewaltige Aetherpumpen wird eine Wolke stabilisiert und befindet sich als fliegende Insel seit zweihundertfünfzig Jahren in der Luft. Fast ohne Kontakt zur Außenwelt. Die gesellschaftlichen Strukturen der Insel sind starr und streng hierarchisch.

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